>> Libati – das „TripAdvisor“ für chronisch Erkrankte

Die Luftqualität sowie mögliche Treppen- und Berganstiege bereiten Asthmatiker*innen beim Besuchen von Orten, Restaurants oder auch beim Reisen häufig Probleme. Damit auch chronisch erkrankten Menschen ein unbeschwertes Reisen und Besuchen von Orten ermöglicht werden kann, haben Studierende der WiSo und der FAU im Rahmen der Digital Tech Academy eine App entwickelt, die genau dabei helfen soll.

Wir hatten die Gelegenheit, den Gründerinnen und Gründern von Libati einige Fragen zu ihrem Start-up sowie dem Gründungsalltag zu stellen: 

Könnt ihr euch und euer Team einmal vorstellen?
Unser Team besteht aus vier motivierten Mitgründern und einem tollen Backend-Entwicker, der uns tatkräftig unterstützt. 🙂
Katrin ist unser CEO, 25 Jahre alt und gerade in den letzten Zügen ihres Masters in International Business Studies an der WiSo. Zusammen mit Doro hat sie die Idee für Libati im Rahmen der Digital Tech Academy der FAU entwickelt. Sie kümmert sich vor allem um den Kontakt nach außen, d.h. zu potentiellen Partnern, Nutzern etc. Zusätzlich übernimmt sie auch den Papierkram.
Doro, unsere COO, ist 28 Jahre alt. Auch sie ist Studentin an der FAU. Sie studiert Zahnmedizin und bringt daher das medizinische Wissen mit ins Team. Genau wie Katrin war sie von Anfang an bei der Entwicklung von Libati mit dabei. Da sie aber auch Programmierkenntnisse hat, kümmert sie sich momentan vor allem um den Aufbau einer neuen, ansprechenderen Website für uns.
Nikhil ist 25 Jahre alt und unser Designer. Nach seinem Studium als Produktdesigner arbeitet er nun als UX Designer für eine Software Firma, macht aber nebenbei auch noch seinen MBA. Ihm haben wir jeden einzelnen Screen unserer App zu verdanken.
Ben, unser Frontendentwickler und CTO, überrascht vor allem mit seinem Alter: Er ist im Februar erst 18 geworden, macht momentan sein Abitur und studiert nebenbei sogar schon Wirtschaftsinformatik und ist natürlich für die Entwicklung unserer App verantwortlich. Ein echtes Superbrain, über das wir sehr dankbar sind.
Geo, 26 Jahre alt, ist zwar kein Mitgründer, unterstützt Ben aber tatkräftig in der Backendentwicklung. Er hat bis vor Kurzem Informatik studiert und hat nun in einem größeren Start-up ebenfalls als Entwickler angefangen zu arbeiten.

Wie ist die Idee und das Konzept von Libati entstanden und was macht eure Geschäftsidee so besonders?
Die Idee für Libati ist im Rahmen der Digital Tech Academy (DTA) entstanden, ein Programm für gründungsinteressierte Studierende der FAU. Katrin hat die Idee dorthin mitgebracht, weil sie unter ihren Freunden und Familienmitgliedern mehrere Personen kennt, die chronisch krank sind und immer von demselben Problem berichten: Sie können nicht spontan in Restaurants, Hotels, Bars etc. gehen, in denen sie noch nicht waren, oder mal spontan einen Wochenendtrip machen. Viel zu viele Informationen fehlen im Vorhinein. Leidet jemand z.B. an starkem Asthma, muss die Person vorher wissen, ob es in der Location Aufzüge gibt, ob Parkplätze in der Nähe sind, wie die Luft dort ist u.v.m. Diese Information sind im Vorhinein nur sehr aufwendig herauszubekommen. Doro, die zur gleichen Zeit Teil der DTA war, kennt dieses Problem ebenfalls aus ihrer Familie. Deswegen haben die beiden es sich zur Mission gemacht, diesen Menschen mehr Freiheit und Unabhängigkeit zu geben – und konnten im Nachhinein auch noch Nikhil, Ben und Geo von der Idee begeistern.

Könnt ihr uns erklären, wie genau die App funktioniert?
Die App funktioniert folgendermaßen: Der Nutzer registriert sich zunächst und gibt an, welche Krankheit er hat und welche Gegebenheiten seine Symptome triggern. Anhand dieser Infos zeigt die Libati App ihm dann, wie bei Google Maps, Orte auf einer Karte an – allerdings in unterschiedlichen Farben (rot= Dieser Ort wird deine Symptome wahrscheinlich triggern, orange = Dieser Ort könnte deine Symptome triggern, grün= Dieser Ort ist für dich wahrscheinlich unbedenklich). Der ganze Input der App stammt von unseren Nutzern, die nach dem Besuch einer Location den jeweiligen Ort auf die eigenen Triggerfaktoren hin bewerten und auch längere Reviews schreiben können. Wir möchten eine große Community aufbauen, die somit für mehr Transparenz über die Umstände an möglichst vielen Orten sorgt.

Was hat euch beim Aufbau eures Start-ups besonders Spaß gemacht?
Jede Phase des Aufbaus ist unterschiedlich und bringt andere Herausforderungen mit sich – vom Planen des Business Models bis hin zur App Entwicklung. Besonders Spaß macht es uns, wenn wir mit potentiellen Nutzern unsere momentane Version testen und diese begeistern können. Dadurch merken wir, dass wir mit Libati wirklich einer großen Gruppe von Menschen Mehrwert bieten können und, dass sich die ganze Arbeit lohnt!

Was sind eure bisher größten Erfolge?
Unsere größten Erfolge bisher sind 1. der Gewinn beim FAU Sandbox Wettbewerb 2019, 2. das erfolgreiche Durchführen einer Crowdfunding Kampagne, bei der wir ca. 4000 Euro eingesammelt haben und 3. das Fertigstellen der ersten Android Version unserer App! Die 1. Version steht nun schon zum Download im Playstore zur Verfügung. Auch wenn wir dank des Lockdowns noch nicht offiziell launchen konnten, freuen wir uns, wenn die Version bereits von ein paar Freiwilligen getestet wird. Falls Ihr auch als Tester fungieren möchtet, schaut gerne hier mal vorbei. 🙂

Was waren besonders schwierige Herausforderungen und wie habt ihr diese gemeistert?
Eine große Herausforderung, die vor allem Katrin und Doro in Erinnerung geblieben ist, war der Aufbau des Teams. Am Ende der DTA hatten die beiden zwar ein Business Model, konnten mit BWL- und Zahnmedizin Hintergrund aber keine voll funktionsfähige App bauen. Bis die beiden Nikhil, Ben und Geo über persönliche Kontakte gefunden hatten, hat es ein paar Monate gedauert. Aber es hat sich gelohnt- jetzt sind wir ein Team von 5 Leuten, die wirklich mit ganzem Herzen bei der Sache sind.

Welche Visionen habt ihr für die Zukunft?
Unsere Vision für die Zukunft ist es, die App auf möglichst viele Krankheiten und Sprachen bzw. Länder zu erweitern, um die Welt ein Stückchen besser und transparenter zu machen. Wir finden, dass in 2021 nicht nur gesunde Menschen, sondern JEDER schnell an die nötigen Informationen kommen sollte, um Ausflüge/ Aufenthalte unkompliziert planen zu können.

Welche Eigenschaften sind eurer Meinung nach am wichtigsten, um bei der Gründung eines Unternehmens erfolgreich zu sein?
Wir denken, dass vor allem Commitment und Optimismus wichtig ist. Commitment, weil die Gründung eines Unternehmens mehr Arbeit ist, als man sich vorstellen kann und Optimismus, weil es definitiv Rückschläge geben wird, egal wie gut die Idee ist – nur wer positiv bleibt und weiterhin von seiner Idee und seinem Team überzeugt ist, wird es auch schaffen.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen euch und eurem Start-up Libati weiterhin viel Erfolg für die Zukunft!

Ihr seid neugierig geworden und wollt mehr Informationen zu dem, was die Studierenden mit ihrem Start-up Libati auf die Beine gestellt haben? Dann schaut auf ihrer Webseite vorbei.

Die FAU bietet viele, sehr erfolgreiche und spannende Programme zur Förderung von Start-ups an. Interessierte, die gerne noch Erfahrungen in diesem Bereich sammeln möchten oder den Entwicklungsprozess eines Start-ups mal miterleben möchten können unter Anderem wählen zwischen Programmen der Digital Tech Academy, der FAU Sandbox und neuerdings auch dem Existency Programm, das aus Zusammenarbeit der TH Nürnberg, der HS Ansbach und der FAU entstanden ist.

Wenn euch das Thema „Start-ups“ interessiert, dann schaut auch in den kommenden Wochen weiterhin mal auf dem WiSo-Blog vorbei. Hier bekommt ihr nächster Zeit Einblicke in den Gründungs- und Entwicklungsprozess von Start-ups auf ganz unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Zwei spannende Beiträge zu den Start-ups Finalaize und arfinity, findet ihr bereits auf dem WiSo-Blog.