Zwischen großer Geschichte und russischer Freundlichkeit – ein Schnupper-Auslandssemester in Moskau

Die Teilnehmenden des Sprachkurses um Julia Lazarus.

Im September 2019 reisten fünf Studierende des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der FAU Erlangen-Nürnberg sowie zwölf weitere Interessierte unterschiedlicher Fakultäten der LMU München für zwei Wochen nach Moskau, um an einem Intensivsprachkurs der HSE teilzunehmen und sich selbst ein Bild über dieses gewaltige Land zu machen.

Ziel der Veranstaltung, die durch die Abteilung Fremdsprachenausbildung in Nürnberg (FAN) des Sprachenzentrums der FAU organisiert und von Dr. Julia Lazarus betreut und begleitet wurde, war nicht nur die Verbesserung der Sprachkenntnisse der Teilnehmenden, sondern auch ein genaueres Kennenlernen der Partneruniversität der FAU, die für viele Studierende ein beliebtes Ziel im Rahmen eines Auslandssemesters darstellt.

Die Reise wurde somit des Öfteren als „Schnupper-Auslandssemester“ bezeichnet und dementsprechend gestaltet. Die Unterbringung der Teilnehmenden erfolgte in einem Studentenwohnheim; die Verpflegung übernahmen die Studierenden selbst und griffen hierbei gerne auf die Mensa der HSE zurück. Die Sprachkurse, denen die Studierenden entsprechend der bereits in Deutschland erworbenen Niveaustufe zugeordnet wurden, fanden zusammen mit anderen ausländischen Studierenden statt und umfassten 20 Stunden pro Woche. In ihrer Freizeitgestaltung wurden unsere Studierenden durch Studierende der HSE unterstützt, die speziell für ihre deutschen Gäste eigene Exkursionen anboten und Moskau aus Sicht von Einheimischen präsentierten.

Russische Architektur im Wandel der Zeiten.

Eine der Studierenden, Nadja Birkner, schildert den Austausch so:

Wie bist du auf den Sprachkurs aufmerksam geworden?

Frau Lazarus hat am Anfang des Sprachkurses Werbung für die Sprachreise gemacht. Es gab einige Vortreffen mit Interessierten und wir mussten uns relativ schnell, bis Anfang März anmelden. So hatten wir Zeit unser Visum zu beantragen.

Was hattest du für einen Bezug zu Russland vor und nach deiner Reise?

Meine einzige Verbindung zu Russland war tatsächlich der Sprachkurs. Einige der Mitreissenden hatten bereits familiäre Bande nach Russland und somit einen Bezug. Ichkonnte mich mit meinem A2-Sprachkurs-Niveau in der Universität durchaus verständigen   –  außerhalb war mir das nur mit Händen und Füßen möglich.

Was hat dich an Moskau am Meisten beeindruckt?

Das ist eine schwierige Frage – am meisten wohl die Größe und die prunkvollen Gebäude. Was mich auch überrascht hat war die allgemeine Freundlichkeit der Menschen – ich habe auf der gesamten Reise nur freundliche Russen kennengelernt.

Hat dich die Exkursion verändert?

Das kann man schon sagen. Hauptsächlich in dem Sinne, dass ich sehr viel selbstständiger geworden bin und mein Soft-Skill-Set erweitert habe. Vor der Reise kannte ich nur eine Person aus dem Kurs und es war schon ein Sprung ins kalte Wasser.

Russische Architektur im Wandel der Zeiten.

Welche Verkehrsmittel habt Ihr genutzt?

Bis auf unseren Bustransfer vom Flughafen hauptsächlich die Metro. Die U-Bahn in Moskau ist viel prunkvoller als in Deutschland und die Metrostationen werden von den Einheimischen kleine Paläste genannt.

Wie sah euer typisches russisches Frühstück aus?

Sehr oft haben wir in der Mensa gefrühstückt. Kakao und Kaffee waren mit 50 Rubel die Tasse sehr erschwinglich. Es gab Baguette und Wurst aber auch leckere gefüllte Teigtaschen. Insgesamt kann man sagen, dass ein russisches Frühstück reichhaltig und deftig ist.

Und nach der Sprachreise – welchen Bezug hast du zu Russland?

Es war wunderschön, aber ich habe auch gemerkt, dass ich mein geplantes Auslandssemester lieber noch aufschieben mag, da die Sprache doch relativ schwierig zu meistern ist und ich vorher lieber einen weiteren Sprachkurs belegen will. Nur eine Sache war für uns alle ein Novum: Mit zwei Decken zu schlafen und vorher das Bett zu föhnen, da die Heizung erst in den letzten drei Tagen angestellt wurde.

Vielen Dank an Nadja Birkner für die Einblicke.

Das Gebäude der HSE Moskau.

Für die Studierenden, die ihre Russischkenntnisse im alltäglichen Gebrauch festigen und ausbauen konnten, waren die zwei Wochen eine gute Gelegenheit, den russischen Lebensstil näher kennen zu lernen. Dazu gehört auch, dass z.B. die Heizung, die nach deutschem Kälteempfinden schon längst auf Hochtouren hätte laufen müssen, erst Ende September bzw. Anfang Oktober angestellt wurde, oder dass die Organisation besagter Exkursionen und zu erledigender Bürokratie weniger strukturiert bzw. spontaner und flexibler abläuft als in Deutschland. Besonders die Teilnehmenden der WiSo profitierten von der Möglichkeit, reguläre Wirtschaftsvorlesungen zu besuchen, die neugebaute bzw. frisch renovierte Wirtschaftsfakultät ihrer Partneruniversität zu besichtigen, ihre Sprachkenntnisse im Unialltag auszutesten und Kontakte zu knüpfen. Und wer weiß, vielleicht verschlägt es ja tatsächlich den ein oder anderen Teilnehmer des Sprachkurses im Rahmen seines Auslandssemesters zurück an die HSE.

Weitere Informationen:
Büro für internationale Beziehungen

Bildrechte: Privat (Julia Lazarus, Tanja Schulze)