Wohnheim, Wein und Weihnachtsmarkt– WiSo-Studentin Jenni über ihren Auslandsaufenthalt in Straßburg

Straßburg befindet sich im Elsass, einer Region im Osten Frankreichs an der Grenze zu Deutschland. Viele international Studierende verbringen hier ein oder mehrere Semester. Auch Jenni hat sich dazu entschlossen, während ihres Masterstudiums für ein Semester in Straßburg zu studieren. Die Entscheidung, ein Auslandssemester an der Ecole de Management in Straßburg zu verbringen stand für Jenni sehr schnell fest. Sie wollte gerne an eine französischsprachige Universität, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und wusste, dass sie sich für den Master in Marketing viele Module an der WiSo anrechnen lassen konnte. „Außerdem ist Straßburg eine wunderschöne Stadt, die sogar kleiner ist als Nürnberg, sodass ich auch dort innerhalb von 15 Minuten mit dem Fahrrad im Zentrum war.“

Nicht nur die Größe ist ähnlich zu Nürnberg, es gibt viele weitere Parallelen. Zum Beispiel gelten beide Städte aufgrund des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg und des Einsatzes der Stadt Nürnberg nach den Nürnberger Prozessen als Symbol für Menschenrechte. Solche Fakten sollte man für das Bewerbungsgespräch parat haben. „Mir wurden Fragen zu Ähnlichkeiten der Städte, Geschichte und Wirtschaft in Straßburg gestellt, damit hatte ich ehrlichgesagt nicht gerechnet“. Diese Hürde war jedoch schnell genommen und Jenni konnte das Auslandssemester im September beginnen. Startschwierigkeiten gab es kaum. „Da ich über Erasmus nach Straßburg gegangen bin, wurde vieles vereinfacht. Ich bekam eine finanzielle Förderung und auch Bürokratie und Anträge liefen problemlos ab.“ Die Auswahl der Kurse stellte anfangs eine Herausforderung dar, da ein halbes Jahr vor Beginn des Auslandssemesters angegeben werden musste, welche Kurse man besuchen möchte. „Zu diesem Zeitpunkt gab es aber nur ein vorläufiges Kursprogramm, das kurz vor dem Semester noch einmal verändert wurde. Da musste ich dann erstmal abklären, welche Kurse ich stattdessen besuchen kann, das war ziemlich chaotisch.“ Zu Beginn des Semesters wurde mit einem Einstufungstest festgestellt, ob man auf Französisch oder Englisch studieren sollte. Jenni hat das geforderte B2-Niveau knapp verpasst und hat die Kurse mit vielen anderen internationalen Studierenden auf Englisch besucht. Die Kurse waren im Vergleich zur WiSo mit ca. 30 Studierenden relativ klein und fanden sehr unregelmäßig statt. „Das würde ich sagen, war der größte Unterschied im Vergleich zum Studium an der WiSo.“

Straßburg bietet neben dem Studieren einige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Studierende. Um die Sprachkenntnisse zu verbessern hat Jenni an einem Sprachtandem-Programm teilgenommen und konnte zwei Unisport-Kurse umsonst belegen. Auch die Angebote des Erasmus Student Network (ESN) hat sie gerne genutzt. „Da wurde viel angeboten: Wein-Touren durchs Elsass, eine Halloween-Führung durch die Stadt, Quizabende in Bars und noch einiges mehr“. Jenni hat die Stadt durch die vielen urigen Bars und Kneipen und speziellen Angebote für Studierende, wie z.B. ein Flammkuchen-All You Can Eat, als sehr studierendenfreundlich wahrgenommen. In besonderer Erinnerung ist ihr aber der Weihnachtsmarkt in Straßburg geblieben. „Weihnachten ist in der Stadt eine ganz besondere Zeit, es wird mit unglaublich viel Liebe jede Gasse beleuchtet und die Fassaden der Wohnhäuser geschmückt.“

Straßburg ist nicht nur selber eine wunderschöne Stadt, sondern bietet auch zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten in die Region. Das Elsass ist unter anderem für seine vielen Weingüter bekannt, man kann durch die nahegelegenen Vogesen wandern oder Städte in der Umgebung erkunden. Aber auch weiter entfernte Ziele sind wegen der guten Anbindung durch den Flughafen und mittels Zugs erreichbar. Jenni hat die Chance genutzt und ist neben vielen Ausflügen ins Elsass eine Woche durch die Schweiz gereist und nach Nizza geflogen. „Gerade am Anfang des Semesters hatte ich kaum Kurse und so die Möglichkeit, die Umgebung kennen zu lernen und zu reisen.“

Auf die Frage, ob sie ein Auslandssemester in Straßburg empfehlen würde antwortet Jenni mit einem ganz klaren Ja. Zwei Dinge würde sie im Nachhinein trotzdem anders machen. „Ich würde in eine WG anstatt ins Studentenwohnheim ziehen und versuchen auf Französisch zu studieren, so schwer soll das nämlich gar nicht sein.“

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