>> Wege in die Wissenschaft – Warum sich eine Promotion lohnt

Die Promotion nach dem Masterabschluss zählt zu den üblichen Einstiegen in die Wissenschaft und Forschung. Aktuell forschen fast 300 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Regelmäßig veröffentlichen die Forscherinnen und Forscher ihre Ergebnisse in hochrangigen Fachpublikationen. Für alle, die sich nun fragen, wie einem der Weg in die Wissenschaft gelingt und welche Türen einem mit einer Promotion offen stehen, gibt dieser Blogbeitrag die richtigen Antworten.

Wir haben Dr. Dennis Kirchberg, Forschungsreferent der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, getroffen und uns mit ihm über die Themen Promotion und Wege in die Wissenschaft ausgetauscht.

Was sind Gründe, sich für eine Promotion zu entscheiden?

Dr. Dennis Kirchberg: Das ist ganz individuell. Wissenschaftliches Arbeiten hat mich immer gereizt. Zudem war ich immer gerne an der Universität und sehr neugierig auf meinem Forschungsgebiet. Vor meiner Promotion habe ich als Hiwi am Lehrstuhl gearbeitet. So konnte ich das Geschäft kennenlernen und hatte Glück, dass zufällig eine Stelle zum Ende meiner Masterarbeit frei wurde.

Dann spielt natürlich immer auch die berufliche Perspektive nach der Promotion eine Rolle. Ein Doktortitel eröffnet häufig bestimmte Karrierepfade. Neben der Wissenschaft ist der Doktortitel vor allem im Consulting, bei Großunternehmen sowie im Stabsfunktionen sehr gerne gesehen. Er ist aber kein Karrieregarant.

Die Promotionsurkunde des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Welche beruflichen Perspektiven bietet die Wissenschaft nach der Promotion?

Dr. Dennis Kirchberg: Es kommt ganz darauf an wofür man sich interessiert und worauf man sich bewirbt, aber eigentlich steht einem jede Tür offen. In der Regel gehen 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen nach ihrer Promotion in die freie Wirtschaft, und etwa 10 Prozent bleiben in der Wissenschaft.

In der Wissenschaft beginnt nach der Promotion die Post Doc-Phase, diese dauert in der Regel um die sechs Jahre. In dieser Phase macht man entweder eine Habilitation, oder eine Juniorprofessur. Hier gilt vor allem „publish or perish“, was bedeutet, dass man zum einen hochrangig publizieren, und zum anderen qualifizierte Drittmittel einwerben muss – beispielsweise von der EU oder der DFG, der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nach diesen sechs Jahren der Post Doc-Phase fängt dann die Suche nach einer Professur an. Die Professur kann man allerdings nicht an der eigenen Uni bekommen. Das bedeutet also, dass man auf jeden Fall in eine andere Stadt ziehen muss um die Professur an einer anderen Universität zu machen.

Was macht eine wissenschaftliche Karriere attraktiv?

Dr. Dennis Kirchberg: Ich denke, vor allem der Freiraum und die Forschung in einem festen Gebiet machen die wissenschaftliche Karriere sehr attraktiv. Professorinnen und Professoren haben viel Freiheit, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre, und ich persönlich finde Wissenschaft und Forschung immer spannend! Und auch die Arbeit mit den Studierenden macht vielen Professorinnen und Professoren auch viel Freude.

Woran arbeiten und forschen die wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen an der WiSo? Was sind aktuelle Projekte?

Dr. Dennis Kirchberg: Das kann man gut auf unserer Homepage und im Forschungsbericht nachschauen. Aktuell haben wir etwa 300 Promovierende und Post Docs an der WiSo, diese forschen alle zu ganz unterschiedlichen Themen. Es ist ja auch ein Merkmal des Fachbereichs, dass die Themen tatsächlich sehr breit gefächert sind. Den Forschungsbericht veröffentlicht der Fachbereich jedes Jahr. Er gibt einen Überblick über die Forschungsschwerpunkte und die aktuellen Forschungsarbeiten der WiSo. Wir haben 400 bis 500 Publikationen pro Jahr, woran meistens der wissenschaftliche Nachwuchs beteiligt ist.

Wodurch zeichnet sich die Forschung an der WiSo aus?

Dr. Dennis Kirchberg: Wir gehören aktuell zu den zehn forschungsstärksten Universitäten in Deutschland, laut führender Rankings. Das Forschungsprofil des Fachbereichs zeichnet sich vor allem durch die Verbindung von betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Perspektiven und Forschungsansätzen aus, sowie durch die Kooperation mit benachbarten Disziplinen. Zu den Stärken gehören zudem in erster Linie die empirische Orientierung, die gelebte Interdisziplinarität und die Zusammenarbeit mit starken Praxispartnern.

Welche Rollen spielen dabei die Forschungsschwerpunkte des Fachbereichs?

Dr. Dennis Kirchberg: Wir haben sieben unterschiedliche Forschungsschwerpunkte, die wichtige aktuelle Forschungsfragen bearbeiten, Kompetenzen bündeln und mit anderen führenden Forschungseinrichtungen sowie regionalen Praxispartnern vernetzt sind. Dies sind auch die Gebiete, auf denen wir als Fachbereich ausgewiesene Exzellenz haben.

Die sieben Forschungsschwerpunkte am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Quelle: Forschungsbericht 2017 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften.

Alle Einzelheiten und aktuelle Themen der einzelnen Forschungsschwerpunkte können Sie dem aktuellen Forschungsbericht entnehmen und unter www.wiso.fau.de/forschungsschwerpunkte einsehen. Die roten Felder sind fachspezifische Forschungsschwerpunkte, die blauen Felder fachübergreifende Forschungsschwerpunkte.

Wie ist der Weg zur Promotion nach dem Studium? Welche Unterstützung und Beratung gibt es hier?

Dr. Dennis Kirchberg: Der Weg zur Promotion geht definitiv über ein Masterstudium. Ich mache zudem Infoveranstaltungen zum Thema Promotion und Wege in die Wissenschaft, zum Beispiel am Career Day. Auch das Graduiertenzentrum in Erlangen ist ein guter Ansprechpartner. Allerdings ist der Weg tatsächlich nicht ganz transparent. Ein klassischer Weg geht über die Hiwi-Anstellung am Lehrstuhl oder man spricht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder die Professorin bzw. den Professor am Ende des Studiums an. Idealerweise hat man die Masterarbeit bei der Professorin oder dem Professor geschrieben. So war es bei mir auch. Voraussetzung für den Weg zur Promotion ist natürlich auch eine Neigung zum wissenschaftlichen Arbeiten. Wenn einem das keinen Spaß macht, dann wird’s schwer.

Ich würde gerne nochmal auf die Promotion neben dem Beruf eingehen. Wie genau läuft der Weg hier ab?

Dr. Dennis Kirchberg: Der Anteil nebenberuflich bzw. extern Promovierender liegt aktuell etwa 30 Prozent aller Promovierenden am Fachbereich. Dabei ist es allerdings eher selten, dass jemand direkt am Anfang des Berufseinstiegs nebenberuflich eine Promotion beginnt, weil in dieser Phase die zeitliche Belastung viel zu hoch ist. 

Der Weg zu einer nebenberuflichen Promotion geht über eine Bewerbung direkt bei der Professorin oder dem Professor. Hierbei ist es natürlich von Vorteil, wenn man sein Studium an der WiSo abgeschlossen hat.

Vielen Dank an Dr. Dennis Kirchberg für das Interview!

Alles Weitere und noch mehr Informationenf finden Sie auf der Forschungsseite des Fachbereichs. Hier finden Sie auch den aktuellen Forschungsbericht. Für weitere Fragen steht Ihnen außerdem jederzeit das Promotionsbüro zu Verfügung.

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