UniCoach rockt Deutschland – nächstes Feature in der Testphase

Im Herbst 2012 aus der Not geboren, inzwischen deutschlandweit auf der Überholspur. Das Internet-Portal UniCoach, das als Stundenplaner an der FAU begann, startet in diesen Wochen richtig durch. Die neueste Idee des Startups – eine Tutoren-Aktion auf dem Wissensportal –  soll nun verzweifelten Studierenden beim Lernen helfen.

UniCoach-Logo-Querformat-RGB„Wir haben mit unserer Seite den Begriff ,Forum’ komplett neu gedacht“, verkündet Benjamin Bauer, der vor etwas mehr als zwei Jahren die Idee zum Vorgänger-Portal von UniCoach hatte. „Ich war einfach unfassbar genervt von den ganzen verschiedenen Seiten rund ums Studieren, bei denen rein gar nichts geklappt hat“, erzählt Ben. Am meisten störte ihn die fehlende Möglichkeit, einen sauberen Stundenplan zu erstellen. Zu seinem BWL-Knowhow holte er sich einen Programmierer (Jan Hohner) und einen Designer (Andreas Wünsche) ins Boot, um die Idee umzusetzen. Kennengelernt hatte sich das Trio in der Nürnberger Gründer-Szene. Inzwischen ist das UniCoach-Team auf neun Mitglieder angewachsen.

Drei Wochen nach der Idee schon online

Als KlausurenCoach ging die Seite im Oktober 2012 in ihrer ursprünglichen Form online. Nur drei Wochen hatte es damals gedauert, die Idee umzusetzen und ins Netz zu bringen, erinnert sich Andreas. Seit 2014 heißt das Projekt UniCoach.In Nürnberg und Erlangen kann inzwischen fast jeder Studierende etwas mit diesem Namen anfangen. Rund 70 Prozent der Studierenden am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, so Bens Schätzung, nutzen inzwischen UniCoach. Zumindest, um damit ihren Stundenplan zu basteln, immer häufiger aber auch für die anderen Features.

Durch sein Wissensportal ist UniCoach aber viel mehr als ein digitaler Terminkalender. „Wir wollen ein zentrales Antwortenportal für alle Fragen schaffen, die auch im weiteren Sinne etwas mit dem Studieren zu tun haben“, sagt Ben. Ob gemeinsame Besprechung von Prüfungsaufgaben, Fragen zum BAföG oder Tipps für den Berufseinstieg – UniCoach will Studierenden ein unverzichtbarer Ratgeber sein. Neben Studierenden sind auf UniCoach auch Professoren, Lehrstuhl-Mitarbeiter und kluge Köpfe aus der Wirtschaft aktiv, die für das Projekt begeistert wurden.

Andreas Wünsche (links) und Benjamin Bauer (rechts) im Gespräch mit dem WiSo-Blog.

Zwei Drittel des Gründer-Trios im Gespräch mit dem WiSo-Blog: Andreas Wünsche (links) und Benjamin Bauer (rechts).

„Wer eine Frage stellt, soll darauf eine individuelle und verlässliche Antwort kriegen“, erklärt Ben. Und weil innerhalb solcher Fragen einzelne Begriffe getaggt werden können, stellt sich schon beim Tippen heraus, ob bereits jemand anders das selbe Problem hatte und beantwortet bekam. Durch ein Bewertungssystem werden die qualitativ besten Antworten als erste angezeigt, unbrauchbare Beiträge fallen bei zu vielen negativen Bewertungen komplett durchs Raster. Auch anonyme Fragen in die Runde sind möglich.

Tutoren-Aktion in der Testphase

Aktuell läuft ein neues Projekt als zweimonatige Testphase. Für die Fächer Statistik, Lineare Algebra, Finanzmathe und Recht I gibt es nämlich eine Tutoren-Aktion, während der geprüfte und dafür bezahlte Tutoren für Fragen zu diesen Fächern bereit stehen. Wird diese Extra-Hilfe in der Prüfungszeit gut angenommen, soll das Angebot in den kommenden Semestern deutlich ausgebaut werden.

Seit dem Wintersemester 2014/15 steht UniCoach auch 25 anderen Universitäten in Deutschland zur Verfügung. Von all diesen Hochschule zapft UniCoach nun das Verwaltungssystem so an, dass aus den Daten sinnvolle Aktionen werden – zum Beispiel Stundenpläne. Mit 40.000 Flyern wurde der deutschlandweite Start an den anderen Universitäten beworben, von Uni zu Uni wird die Plattform unterschiedlich angenommen. “Woran es liegt, dass wir in manchen Städten besser ankommen, haben wir aber noch nicht rausgefunden”, sagt Ben. Der Optimismus, dass Studierende in ganz Deutschland die Vorteile von UniCoach schnell zu Schätzen lernen, ist ihm aber ins Gesicht geschrieben.