>> Traumjob auf Umwegen – Master-Absolvent Johannes knüpfte Kontakte auf dem Oktoberfest

Wie finde ich den richtigen Job? Einige Studierende planen schon während des Studiums akribisch ihre Karriere, andere bewerben sich nach dem Abschluss auf gut Glück bei Unternehmen. Dass der Einstieg in den Traumjob auch anders klappen kann und manchmal der Zufall darüber entscheidet, wo man landet, beweist Johannes Markmann, der am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften seinen Master in Sozialökonomik gemacht hat.

Nach seinem Bachelor in Soziologie und Kommunikationswissenschaft an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität absolvierte er ein zweijähriges Volontariat bei einer Münchner Tageszeitung. Um sich fachlich noch in eine andere Richtung zu entwickeln, entschied sich Johannes für den Master Sozialökonomik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in Nürnberg: „Ich wollte meiner sozialwissenschaftlichen Grundausbildung noch einen wirtschaftswissenschaftlichen Dreh verpassen.“ Nebenbei arbeitete der 28-Jährige in der Serviceeinheit Kommunikation und Marketing des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, bis es ihn im Frühjahr 2015 für ein Auslandssemester an die Universidad de Buenos Aires verschlug.

Brezelquittung als Türöffner

Um nach dem Auslandsaufenthalt seine Finanzen aufzubessern, nahm Johannes direkt nach seiner Rückkehr aus Südamerika einen Job als Brezel-Verkäufer auf dem Oktoberfest in München an. Bei einer seiner Touren durch das Festzelt verkaufte er Brezeln an Mitarbeiter der damals noch jungen Unternehmensberatung „verovis“. „Wie bei allen offensichtlichen Firmenkunden bot ich an, eine Quittung für den Kauf an den Tisch zu bringen“, erzählt Johannes, „als ich mit dem sauber ausgefüllten Beleg wieder kam, war einer der Geschäftsführer von der auf dem Oktoberfest wohl eher unüblichen Zuverlässigkeit positiv überrascht, sodass wir uns ein paar Minuten unterhielten.“ Auch bei seinen nächsten Runden machte Johannes immer wieder Halt am Tisch der Unternehmensberatung, um etwas zu plaudern.

Mit diesem Zettel fing alles an: Johannes fotografierte die damalige Firmenanschrift ab, um die Quittung ordentlich auszufüllen.

Am Ende des Tages verblieben die frisch gebackenen Bekannten mit der Vereinbarung, dass sich Johannes nach dem Wiesn-Trubel nach der Möglichkeit zu einem Praktikum erkundigen würde. Gesagt, getan – Johannes erhielt während des verabredeten Telefonats die Zusage für eine perspektivische Zusammenarbeit für die Zeit nach der Abgabe seiner Masterarbeit und dem ohnehin geplanten Umzug nach München. „Auf ‚normalem‘ Wege hätte ich mich wohl nie für so eine Stelle interessiert, aber so habe ich gleich das Team kennengelernt und festgestellt, dass es eine tolle Truppe ist.“

Praktikum als Bewährungsprobe

Während seines Praktikums war Johannes aufgrund seines interdisziplinären und analytisch geprägten Studiums hauptsächlich im Projekt-Management tätig und durfte schnell Verantwortung übernehmen. „Durch meine journalistische Vergangenheit habe ich nebenbei außerdem viel für die Homepage und die Social Media-Kanäle getextet.“ Die Chemie zwischen Praktikant und Unternehmen stimmte. Dennoch machte sich Johannes einige Sorgen, ob er als Quereinsteiger die Chance auf eine Festanstellung haben würde. Doch sein neuer Arbeitgeber signalisierte Interesse an einer längerfristigen Zusammenarbeit. So gelang Johannes der Einstieg als Consultant.

Abwechslungsreiche Arbeitstage

Johannes Arbeitstage gestalten sich sehr unterschiedlich. Aufgrund der vielen Kunden und Projekte, die gleichzeitig bearbeitet werden, wechseln seine Aufgaben fast täglich

Johannes an seinem neuen Arbeitsplatz in Unterschleißheim.

„Der ‚Alltag‘ gestaltet sich recht abwechslungsreich, zumal zur Beratung häufig auch Reisen in andere Städte gehören.“ Von Besprechungen über Präsentationen zu laufend wechselnden Themen, interner und externer Kommunikation sowie administrativen Arbeiten – jeder Tag bringt neue Herausforderungen.

 

“Mit einem Fuß in der Tür fällt es leichter, diese später aufzustoßen.”

Anderen Studierenden rät Johannes, schon während des Studiums einer sinnvollen Nebentätigkeit nachzugehen, um sich die Chance auf einen Job zu sichern: „Mit einem Fuß in der Tür fällt es leichter, diese später aufzustoßen.“ Zudem solle man beim Studieren nicht nur an den Lebenslauf denken, sondern sich als Persönlichkeit entwickeln und möglichst vielseitige Erfahrungen sammeln. Doch eine Job-Garantie gebe es auch mit einem passenden Nebenjob nicht. „Bei mir haben eine offene Einstellung gegenüber anderen Menschen und der Zufall eine große Rolle gespielt.“ Und so durfte er nun auf dem Oktoberfest in München an dem Tisch Platz nehmen, den der 28-Jährige vergangenes Jahr noch mit Laugengebäck versorgte.

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