>> Stipendien zur Studienfinanzierung – bewerben lohnt sich

„Immer weniger erhalten BAföG“ Tagesspiegel

„Weniger Schüler und Studenten erhalten Bafög“
Zeit Online

„Weniger Studenten bekommen Bafög“ ZDF

Diese und weitere Schlagzeilen konnte man im Dezember 2017 in verschiedenen deutschen Medien lesen. Anlass war die Veröffentlichung des BAföG-Berichts der Bundesregierung, aus dem hervorgeht: Die Zahl der BAföG-Empfänger sank bei den Studierenden zwischen 2012 und 2016 um 14,3%.

Welche Möglichkeiten zur Studienfinanzierung gibt es?

Neben der Unterstützung durch die Eltern und einem Nebenjob gehört das BAföG wohl zu den häufigsten Einnahmequellen von Studierenden. Fällt diese Finanzierungssäule weg, müssen viele sich Gedanken über Alternativen zur Finanzierung ihres Studiums machen. Eine häufig ungenutzte Möglichkeit stellen Stipendien dar. Der Vorteil dabei ist, dass anders als beim BAföG das Geld nicht nach Ende der Ausbildung zurückgezahlt werden muss. Vermeintlich hohe Anforderungen werden allerdings häufig als Hürden wahrgenommen und schrecken viele Studierende ab, sich überhaupt für ein Stipendium zu bewerben. Dabei kann sich der Aufwand in vielerlei Hinsicht lohnen. Neben ideeller Unterstützung durch gesellschaftliche, politische und kulturelle Bildungs- und Netzwerkangebote bieten Stipendien oftmals eine finanzielle Unterstützung von mehreren hundert Euro im Monat. Die Erfüllung der Bewerbungskriterien kann man zu großen Teilen selbst beeinflussen. In vielen Fällen sind ehrenamtliches Engagement und der Nachweis über berufliche Zielstrebigkeit ebenso relevant wie gute Noten. Zudem schärft die Vorbereitung auf die Bewerbung um ein Stipendium das eigene Profil.

Was für Stipendien werden überhaupt angeboten?

Die angebotenen Stipendien sind genauso vielfältig wie ihre Geldgeber. So gibt es Förderungen für hervorragende Leistungen, Auslandsaufenthalte oder einen bestimmten persönlichen Hintergrund. Die Stipendiengeber können neben nationalen und internationalen Organisationen, wie beispielsweise politisch oder kirchlich orientierten Stiftungen, auch Universitäten, Unternehmen oder Privatleuten sein. Zu einer der bekanntesten Förderstellen, insbesondere für Auslandsaufenthalte, gehört der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

Aber auch das Deutschlandstipendium hat in den vergangenen Jahren an Bekanntheit gewonnen. Dabei kommt die Hälfte der jährlich 3.600 Euro hohen Förderungssumme vom Bund, die andere Hälfte wird von Unternehmen, Stiftern, Freunden oder Alumni der Universität getragen. Studierende der FAU können sich einmal jährlich im Sommer für das folgende Wintersemester bewerben.

Diesen Weg hat auch WiSo-Studentin Julia gewählt, die sich während ihres Marketing-Masters für das Deutschlandstipendium beworben hat. „Der Bewerbungsprozess hat nicht mal eine Dreiviertelstunde gedauert“, erzählt Julia. „Toll ist, dass man aufgrund der Verknüpfung mit „mein campus“ die Zeugnisse erst nach der Zusage für das Stipendium vorlegen muss. Neben einem Motivationsschreiben wird ehrenamtliches Engagement verlangt.“ Schon während ihres Bachelorstudiums war Julia in der Fachschaft ihrer Fakultät sowie einer weiteren Studierendeninitiative aktiv. Zudem hat sie sowohl im Master als auch im Bachelor Auslandssemester absolviert, was bei der Bewerbung ebenfalls berücksichtigt wird. Für Julia ist es ein gutes Gefühl, ihr Studium selbstständig zu finanzieren und sie empfiehlt ihren Kommilitonen, sich ebenfalls zu bewerben: „Selbst wenn man denkt, dass man keine Chance auf ein Stipendium hat, klappt es letztendlich dann, wenn man es am wenigsten erwartet.“ Neben solchen, auf einen längeren Zeitraum angelegten Stipendien, gibt es auch Einmalförderungen wie beispielsweise das Oskar-Karl-Forster-Stipendium, das sogenannte „Bücherstipendium“. Dabei werden begabte und bedürftige Studierende bei der Beschaffung von Büchern und sonstigen Lehrmitteln einmalig finanziell unterstützt. Die Bewerbung ist aktuell noch bis 15. Februar 2018 bei der Stipendienstelle der FAU möglich.

Die Stipendien für besonders begabte und engagierte Studierende werden durch die Begabtenförderungswerke selbst vergeben. Das Geld für die Stipendien erhalten die Werke vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Daneben bieten die Begabtenförderungswerke auch eine ideelle Förderung. Sie stellen zum Beispiel Vertrauensdozenten zur Verfügung und bieten Schulungen, Seminare und spezielle Hochschulgruppen an. Weitere Informationen unter www.stipendiumplus.de

Zudem vergibt die Organisation e-fellow.net auf ihrer Webseite www.e-fellows.net Online-Stipendien und betreibt eine umfangreiche Datenbank mit Angeboten für rund 700 Stipendien. Hier können die Anfragen mit inhaltlichen und regionalen Suchfunktionen gefiltert werden.

Und auch der Bundesverband deutscher Stiftungen unterhält unter www.stiftungsrecherche.de eine eigene Datenbank. Auch hier helfen Suchfunktionen etwa nach Stichwort, Förderart oder der Zielregion, das passende Angebot zu finden.

Daneben bietet der Stifterverband der deutschen Wissenschaft  auf seiner Webseite www.stifterverband.org Stiftungen, die ihre Stipendien vom Stifterverband der deutschen Wissenschaft koordinieren lassen. Hier finden sich vor allem auch Angebote für Forschungsstipendien.

Wann sollte man sich informieren und bewerben?

Die meisten Stipendienbewerber warten ihre ersten Noten und Erfahrungen an der Universität ab, bevor sie sich für die Bewerbung entscheiden. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit vom ersten Studientag an gefördert zu werden. Generell gilt: Man sollte sich so früh wie möglich über die verschiedenen Angebote und entsprechenden Anforderungen und Fristen informieren, auch wenn man seine Bewerbung erst zu einem späteren Zeitpunkt plant. So kann man konkret auf die Erfüllung der Bewerbungskriterien hinarbeiten und verpasst keine Chancen, nur weil man sich zu spät informiert hat. Unterstützung dabei bietet unter anderem die Internetseite der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, auf der mehr als 60 Stiftungen gelistet sind, die Studierende fördern. Auch die Stipendienstelle der FAU liefert hilfreiche Informationen rund um das Thema und steht interessierten Studierenden mit Rat und Tat zur Seite. Darüber hinaus bieten verschiedene Stiftungen und Begabtenförderungswerke regelmäßig Informationsveranstalten an, die meist einen direkten Kontakt zu Mitarbeitern und Stipendiantinnen und Stipendianten ermöglichen. Zudem stellen Online Datenbanken wie stipendienlotse.de und mystipendium.de weitere Orientierungshilfen bei der Informationssuche dar.

Weitere Informationen zum Thema Stipendien findet man auch auf der FAU und WISO Website.