„Sommer in der Stadt“ – Eine Umfrage von Studierenden und Wissenschaftlern zur Klimaanpassung in Nürnberg

Immer heißer werdende Sommer, Regengüsse, die zunehmend heftiger werden – die Folgen des Klimawandels sind auch in Nürnberg bemerkbar. Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes ergaben, dass Nürnberg zukünftig vor allem mit einer Zunahme sommerlicher Hitze- und Trockenperioden zu rechnen hat. Doch wie nehmen die Nürnbergerinnen und Nürnberger die Klimaveränderungen wahr und wie gehen sie damit um? Wie gut sind die Bürger über klimatische Veränderungen informiert? Und wie nehmen sie das städtische Engagement in diesem Zusammenhang wahr? Eine Umfrage von Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Lehrstuhls für Soziologie und Empirische Sozialforschung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg liefert die Antworten.

Im Rahmen des durchgeführten Lehrforschungsprojekts „Sommer in der Stadt – Klimaanpassung in Nürnberg“, unter der Leitung von Dr. Reinhard Wittenberg, Lehrstuhl für Soziologie und Empirische Sozialforschung, gaben rund 2.500 Nürnbergerinnen und Nürnberger Auskunft, inwieweit sie unter dem Klimawandel leiden. Dabei standen aufgrund ihrer besonderen Betroffenheit durch Hitzebelastungen die „Alt-“ und „Weststadt“ im Zentrum der Betrachtung. In diesen beiden Stadtteilen leben besonders viele Menschen auf engem Raum, zudem gibt es nur wenig Grün.

Ein überraschendes Ergebnis ist für das Forscherteam rund um Dr. Wittenberg, dass vor allem die Mittelalten, und nicht wie vermutet die alten Menschen, die Hitze als problematisch empfinden. Grund dafür sind, die für Hitze nicht ideal ausgestatteten Arbeitsplätze der Befragten. Weitere Erkenntnisse der Studie sind, dass vor allem in Bus und Straßenbahn, wie auch generell in der Innenstadt die Hitze von den Bürgerinnen und Bürgern als besonders belastend wahrgenommen wird. Die Mehrheit der Bürger/-innen wünscht sich für eine klimaangepasste Umgestaltung der eigenen Wohnumgebung mehr Sitzgelegenheiten und mehr (Trinkwasser-)Brunnen. Vor allem am Hauptmarkt fehle es an Sitzgelegenheiten und Bäumen. Für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden vor allem Unternehmen und Industrie. Es zeigt sich aber auch, dass sich die Mehrheit der Bürger eher schlecht über die Auswirkungen des Klimawandels in Nürnberg informiert fühlt.

Die Umsetzung der Untersuchung erfolgte in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Nürnberg, das im Rahmen des vom Bund geförderten Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ Informationen über die individuelle Betroffenheit der Bürger durch den Klimawandel benötigt.

Die ausführlichen Ergebnisse der schriftlichen und telefonischen Umfragen sind auf der Homepage des Lehrstuhls für Soziologie und Empirische Sozialforschung der Universität Erlangen-Nürnberg nachzulesen.

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Links zum Thema „Sommer in der Stadt“

Lehrstuhl für Soziologie und Empirische Sozialforschung

http://www.soziologie.wiso.uni-erlangen.de/

Klimaanpassung Nürnberg

http://www.nuernberg.de/internet/klimaanpassung/