>> Mit AIESEC ins Ausland – Mirjam und Max über das Nürnberger Lokalkomitee

Die Welt wieder näher zusammenbringen. Dieses Ziel verfolgten vor über 60 Jahren Studierende in Schweden und gründeten die Organisation AIESEC („Association Internationale des Estudiants en Sciences Economiques et Commerciales“), um in der Nachkriegszeit die studentische Mobilität zu fördern. AIESEC vermittelt Studierenden Auslandspraktika und ermöglicht ihnen das Sammeln von Führungserfahrung durch die Mitarbeit in der Organisation selbst. Die Studierenden Mirjam Brandl (20) und Max Windsheimer (24) erzählen über das Lokalkomitee in Nürnberg und ihre Erfahrungen mit AIESEC.

Aus Kollegen werden Freunden

Mirjam studiert am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften im vierten Semester den Bachelor International Business Studies und engagiert sich seit Beginn ihres Studiums bei AIESEC. Da sie damals neu nach Nürnberg gezogen war, suchte sie eine Möglichkeit, neue Leute kennenlernen. Schnell wurde aus der Arbeit für die Organisation eine Leidenschaft, in die Mirjam seitdem viel Zeit investiert hat. Etwa 20 Stunden pro Woche gingen für AIESEC drauf. Ab August 2014 war sie für ein Jahr Mitglied des Vorstands des Nürnberger Lokalkomitees und arbeitet als „Vice President of Incoming Global Internship Programme“.

Das Nürnberger AIESEC Team 2014/2015.

Das Nürnberger AIESEC Team 2014/2015.

Dieser übernimmt die strategische Planung eines Lokalkomitees und leitet die operativen Tätigkeiten. In ihrer Position war Mirjam außerdem für ihr eigenes Team und den stetigen Kooperationsaufbau zuständig. Durch dieses aktive Arbeiten finde man laut Mirjam schnell heraus, wie man ein Team am besten leitet. „Jeder arbeitet anders. Daher ist es gut, wenn man so früh wie möglich mit verschiedenen Charakteren zusammenarbeitet“. Bei Misserfolgen oder während der Prüfungszeit ist die Teamarbeit nicht immer leicht. Was nach sehr viel Arbeit und Anstrengung klingt, sieht Mirjam als willkommenen praktischen Ausgleich zum oft eher theoretischen Studium. „Ich habe viel über mich selbst gelernt und mich dabei weiter entwickelt“, sagt Mirjam. Die Atmosphäre im Nürnberger Team sei so herzlich, dass die allesamt ehrenamtlich tätigen Mitglieder häufig nicht nur Kollegen seien, sondern auch rasch zu Freunde würden.

Doch Mirjam beobachtete während ihrer Arbeit auch einige Schwierigkeiten. Bei der Vermittlung von Praktikanten etwa bevorzugten viele Unternehmen ihre eigenen Personalabteilungen. Auch die Einführung des Mindestlohns lässt das Interesse an Praktikanten schwinden und teilweise fordern Arbeitgeber ganz spezielle Kenntnisse, die im Studium nicht vermittelt werden. Seit dem 1. September 2015 ist die Führung des Nürnberger AIESEC-Teams in neuen Händen. Für die Zukunft des Lokalkomitees wünscht sich Mirjam die Erweiterung der Arbeit nach Erlangen. „Ich hoffe, unsere Nachfolger können auf unseren Bemühungen des letzten Jahres aufbauen und die Austauschprogramme weiter wachsen“. Übrigens: nach unzähligen Arbeitsstunden für AIESEC wird Mirjam im kommenden Jahr auch endlich selbst ein Praktikum im Ausland absolvieren.

Fachpraktikum in Südafrika und soziales Engagement in Uganda

Wie so ein Auslandspraktikum dann letztendlich aussieht, weiß Max Windsheimer (24), der bereits zwei Mal ein Praktikum von AIESEC vermittelt bekam. Er hat den Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Informations- und Kommunikationssysteme an der FAU studiert und ist durch Kurzvorträge in den Vorlesungen, InformAIESEC_Logoationsstände und Freunde auf die Organisation aufmerksam geworden. Er entschloss sich schließlich zu zwei ganz unterschiedlichen Auslandsaufenthalten. Von September 2014 bis Januar 2015 arbeitete er im südafrikanischen Kapstadt für Amazon Inc. und konnte dort beim serviceorientierten Arbeiten in die US-amerikanische Unternehmenskultur eintauchen. Bei der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern aus verschiedenen Kulturkreisen kristallisierten sich schnell Unterschiede in den Arbeitsweisen heraus. Kurze Zeit später reiste Max nach Uganda und arbeitete 2015 für weitere zwei Monate in Masaka für die MILECHILD Foundation. Die soziale Arbeit mit den Kindern vor Ort gestaltete sich allerdings in Bezug auf die Kommunikation nicht immer leicht, da diese kaum Englisch sprachen.

AIESEC unterstützte Max unter anderem bei der Vermittlung der Arbeitsstelle bzw. der NGO durch eine interne Datenbank. Auch bei dem Verfassen des Lebenslaufs und eines Motivationsschreibens auf Englisch sowie der Wohnungssuche und Kontaktaufnahme mit Studierenden vor Ort konnte AIESEC helfen. Max blickt positiv auf seine Erlebnisse mit zurück und rät anderen Studierenden, die Gelegenheit zu nutzen und es selbst auszuprobieren. „Führungserfahrung ist wichtig, um für eigene Projekte Verantwortung zu übernehmen und andere Menschen dafür begeistern zu können“, meint Max. Mitbringen sollte man dazu seiner Meinung nach Offenheit für Neues, Geduld bei der Planung und Organisation sowie Selbstvertrauen und eine gewisse Lockerheit.

Auf den Geschmack gekommen?

Für Studierende bietet AIESEC mehrere Möglichkeiten: neben der Mitarbeit in einem Lokalkomitee können Sozial- und Fachpraktika absolviert werden. Studierende, die sich während der Semesterferien für sechs bis acht Wochen im Ausland engagieren möchten, können mithilfe von AIESEC eine Organisation finden, die vor Ort helfende Hände benötigt. Längerfristige Fachpraktika in Unternehmen hingegen dauern sechs bis zwölf Monate.

Für alle Varianten des AIESEC-Engagements gilt aber: Motivation, Selbständigkeit, Offenheit und sehr gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung. Interessenten für Fachpraktika sollten außerdem mindestens im fünften Studiensemester sein und erste Berufserfahrungen vorweisen können.

Weitere Informationen zu AIESEC in Nürnberg gibt es hier.