Kluge Köpfe aus Tradition: Ulrich Maly

Die Nürnberger Wirtschafts- und Sozialwissenschaften haben eine ganze Reihe erfolgreicher und berühmter Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht. Schon während ihres Studiums in Nürnberg haben sie die Grundlagen für ihren späteren Beruf gelegt. Die Lebensläufe zeigen, welche Rolle die Absolventinnen und Absolventen in der heutigen Wirtschaft und Gesellschaft spielen. Einer von ihnen ist der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. Seit dem 1. Mai 2002 ist er das Stadtoberhaupt seiner Heimatstadt.

Herr Maly, Sie haben 1987 Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg abgeschlossen. Weshalb haben Sie sich seinerzeit für ein wirtschaftswissenschaftliches Studium entschieden?

Dr. Maly: Ganz ehrlich, ich weiß es nicht mehr genau. Ich hatte am Gymnasium schon die Fachrichtung Wirtschaft und „Wirtschaft und Recht“ auch als Leistungskurs. VWL stand frühzeitig als Studienfach fest, ohne dass ich damit bestimmte Berufsvorstellungen verbunden hätte.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Studienzeit in Nürnberg?

Dr. Maly: Eher schlechte an den Massenbetrieb im Grundstudium, gute an die „kleinen feinen“ VWL-Seminare im Hauptstudium. Ich war auch die ganze Zeit recht zeitaufwändig ehrenamtlich als Vorsitzender des Kreisjugendrings engagiert, habe studienbegleitend gearbeitet und meinen ausgeprägten Freizeitbedürfnissen gefrönt, insgesamt also wohl eher „Bologna-ungeeignet“ studiert.

Stehen Sie noch in Kontakt mit ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen oder Professoren?

Antwort: Ja

Verleihung der Ehrenmedaille am 23.04.2009

Nach Abschluss Ihres Studiums promovierten Sie mit dem Thema „Wirtschaft und Umwelt in der Stadtentwicklungspolitik“ und arbeiteten sechs Jahre lang als Geschäftsführer der SPD-Stadtratsfraktion. Von 1996 bis 2002 waren Sie Kämmerer der Stadt Nürnberg. Was konnten Sie aus Ihrem Studium für Ihre Berufslaufbahn mitnehmen?

Dr. Maly: VWL ist – so habe ich es mal für meinen Doktorvater Prof. Joachim Klaus formuliert – zwar als Wissenschaft umstritten, aber in jedem Fall ein nutzbringender Geisteszustand. Im von juristischen Strukturen geprägten Betrieb von Politik und öffentlicher Verwaltung hat mir der ökonomische Denkansatz viel geholfen.

Wenn Sie sich Ihren eigenen Berufsweg ansehen, was würden Sie sagen, welche Bausteine waren ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Und was würden Sie heutigen Absolventinnen und Absolventen gerne mit auf den Weg geben?

Erstsemester-Begrüßung am 17.10.2011

Dr. Maly:

1. Immer über den Tellerrand des eigenen Fachs schauen.

2. Soziale Kompetenz erwerben und leben. Die Welt braucht weder Einzelkämpfer noch Fachidioten, sondern Teamplayer.

3. Unbedingt das tun, wovon man glaubt, dass es einem Spaß macht. Dann – und nur dann – kommt auch das window of opportunity für berufliche Fortentwicklung.

Vielen Dank für das Interview.

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