Ein Semester in Nürnbergs Patenstadt Krakau

Sabine im Tatra-Gebirge in der Nähe von Krakau.

Wandern im Tatra-Gebirge.

Ein Auslandssemester hatte Sabine eigentlich schon gegen Ende ihres Bachelor-Studiums ins Auge gefasst. Weil dort die Zeit dann aber eng wurde, entschied sie sich dazu, dann eben im Master an eine der zahlreichen Partnerunis der FAU zu gehen.

Bei all der Auswahl stellte sich der Sozialökonomin die Frage: „Wo soll es hingehen?“ Den ersten Auswahl-Filter stellte bereits die Unterrichtssprache dar. Englisch sollte es für Sabine sein. Außerdem sollte es ein Land sein, das sie nicht bereits aus dem Urlaub kannte. Auch ihre Studienrichtung beeinflusste Sabines Wahl, denn schließlich wollte sie als Studentin im Master Sozialökonomik an eine Uni gehen, an der sie auch sozialwissenschaftliche Kurse belegen konnte. Auch Freunde und Bekannte durften ihre Meinung äußern, was denn das perfekte Ziel für ein Auslandssemester ist. Unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte und zahlreicher persönlicher Empfehlungen kristallisierte sich das perfekte Ziel für Sabine heraus: Krakau, Jagiellonen-Universität. Eine der ältesten Hochschulen überhaupt in Mitteleuropa.

Krakauer Schloss

Krakauer Schloss

Weil die Vorfreude riesig war, kam Sabine das Warten auf den Beginn ihres Auslandssemesters wie eine Ewigkeit vor. In Krakau angekommen, begann das Abenteuer mit einer Begrüßungsveranstaltung für alle Erasmus-Studierenden. Noch am selben Tag begannen auch schon einige Lehrveranstaltungen und die Orientierungswoche, die vom Erasmus Student Network (ESN) der Jagiellonen-Universität organisiert wurde. Die Gäste aus ganz Europa trafen sich zu Stadtführungen, Partys und sogar zu einem „Eurodinner“, bei dem jeder Selbstgekochtes aus der jeweiligen Heimat mitbrachte. So dauerte es nicht lange, bis Sabine viele andere Erasmus-Studierende kennengelernt und sich an der Uni sowie in der Stadt Krakau eingelebt hatte. Auch während es weiteren Semester-Verlaufs organisierte ESN Partys, Aktionstage und teils mehrtägige Ausflüge. Sabine nutzte dieses Angebot unter anderem für Trips in die europäischen Hauptstädte Warschau (Polen) und Budapest (Ungarn).

Weil sie keinen Platz im Studentenwohnheim ergattern konnte, machte sich Sabine auf eigene Faust auf die Suche nach einem Zimmer in Krakau. Über eine Vermittlungsagentur bekam sie eine Wohnung, die ihr die Kinnlade nach unten klappen ließ. Wie sich in Krakau herausstellte, war die Wohnung noch schöner, als es bereits die ersten Fotos vermuten ließen. Gemeinsam mit zwei Erasmus-Studierenden aus dem französischen Nantes teilte sich Sabine ein geräumiges Zuhause mit wunderschönen antiken Holzmöbeln. Sogar ein Flügel stand im Wohnzimmer. Auch die Lage war perfekt. Zu Fuß hatte die Austausch-Studentin nur 15 Minuten bis zum Marktplatz im Zentrum Krakaus. Der positive erste Eindruck von ihrem neuen Zuhause bestätigte sich während Sabines viereinhalb Monaten in Krakau regelmäßig. „Krakau ist eine wunderschöne Stadt, die sehr viel zu bieten hat. Die historische Altstadt wirkt fast wie aus einem Märchen“, findet Sabine. Das liegt auch daran, dass Krakau während des Zweiten Weltkriegs von Bombardements weitestgehend verschont blieb.

Sozialismusbau: Warschauer Kultur- und Wissenschaftspalast

Sozialismusbau: Warschauer Kultur- und Wissenschaftspalast

Zum großen Vorteil am Auslandssemester in Krakau, beziehungsweise in Polen wurden die Lebenshaltungskosten, die verglichen mit Deutschland niedrig sind. Gerade Studierende erhalten häufig Preisnachlässen, zum Beispiel in Kinos und Museen. Besonders günstig waren die öffentlichen Verkehrsmittel, bei denen es für Studierende meist 50 Prozent Ermäßigung gibt. Diese Möglichkeit ließ sich Sabine natürlich nicht entgehen, und machte zahlreiche Reisen innerhalb Polens. Neben Besuchen in Warschau, Breslau, Zakopane, Danzig und Marienberg ging die Austausch-Studentin auch wandern im Tatra-Gebirge. Ihr Ziel, während des Auslandssemesters möglichst viel von Polen zu sehen, erfüllte Sabine damit eindrucksvoll.„Auch kulinarisch ist Krakau eine Reise wert“, sagt Sabine. Denn in fast jeder Straße gibt es Restaurants, Cafés und Bars. Auch das Krakauer Nachtleben präsentierte sich abwechslungsreich und sehenswert.

Danziger Rathaus

Ob sie denn keinen anderen Platz bekommen habe, wird Sabine häufig gefragt, wenn sie Bekannten von ihrem Auslandssemester Krakau erzählt. Dann antwortet sie immer, dass sie ihre Wahl nie bereut hat und Polen von vielen Deutschen unterschätzt wird. „Ein wunderschönes Land mit interessanten Städten, abwechslungsreicher Landschaft und netten. Krakau, die ehemalige Königsstadt, kann zurecht als die Perle Polens betrachtet werden“; sagt Sabine. Ihr Ratschlag: Möglichst schnell nach Krakau und Polen fahren. Solange es noch unterschätzt wird und damit ein Geheimtipp bleibt.

 

 

 

 

 

 

 

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