>> IBS und IES: Die englischsprachigen Bachelorstudiengänge der WiSo im Fokus

Noch bis zum 15. Juli 2022 können sich Interessierte für den neuen Jahrgang der englischsprachigen Bachelorstudiengänge International Business Studies (IBS) und International Economic Studies (IES) am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der FAU (WiSo) bewerben. Die beiden Studierenden Lizzy (IBS) und Tillman (IES) haben jeweils im Jahr 2020 angefangen, an der WiSo zu studieren, und sind mittlerweile im 4. Semester. Wir haben sie nach ihren Eindrücken und Erfahrungen zu ihren Studiengängen und ihrer bisherigen Zeit an der WiSo gefragt und dabei interessante Antworten erhalten:

Welche Interessen sollte man für den jeweiligen Studiengang mitbringen?

Lizzy: Für den Studiengang International Business Studies sollte ein gewisses Interesse an der Wirtschaft mit einer internationalen Perspektive vorhanden sein. In Modulen wie International Politics lernen wir beispielsweise die Grundstrukturen internationaler Organisationen kennen. Wir haben die Auswahl zwischen vielen Wahlmodulen in unserem Studiengang, mit welchen wir uns individuell unseren Interessen widmen können. Mein persönliches Lieblingsfach war das Modul „Intercultural Competence“. In diesem haben wir viel über die Auswirkungen von kultureller Vielfalt auf das Management, und die Bedeutung von interkultureller Kompetenz gesprochen. Durch verschiedene Projekte und Rollenspiele, haben wir die Fähigkeit entwickelt, aufmerksamer in interkulturellen Umfeldern zu agieren. Allgemein betrachtet sollte aber auch die Motivation für Module in Bereichen, wie Wirtschaftswissenschaften, Statistik und quantitativer Analyse, vorhanden sein, denn diese bilden die Grundlage für die Analyse spezifischer Probleme im Zusammenhang mit internationalen Geschäften und multinationalen Unternehmen.

Da das gesamte Studium auf Englisch stattfindet, sollten Studierende  gute Kenntnisse in Wirtschaftsenglisch haben. Ich zum Beispiel habe vor meiner Bewerbung einen TOEFL-Test gemacht, der meine Kenntnisse zu überprüfen. Genauere Informationen über Zulassungsvoraussetzungen und Module würde ich aber auf der Studiengangs-Website nachlesen.

In diesem Video stellt sich der Bachelor International Business Studies (BSc) an der WiSo vor.

Tillman: Man sollte auf jeden Fall Interesse für die Wirtschaft im Gesamtbild, empirische Analysen und vor allem keine Scheu vor Mathematik haben, da diese ein ständiger Begleiter im Studium sein wird. Im Studium arbeiten wir viel mit unterschiedlichen Modellen, um gewisse Prozesse und Mechaniken der Wirtschaft zu verstehen. Beispielsweise wird durch Regressionen in Econometrics versucht, die Beziehung von unabhängigen Variablen auf eine abhängige Variable zu bestimmen. Als Beispiel: Wie verhält sich die Nachfrage nach Öl, wenn der Preis steigt? Im Modul „Analysis of Macroeconomic and Financial Markets Data“ haben wir versucht, mit Hilfe des Softwareprogramms „RStudio“, Konjunkturprognosen und Schwankungen von Aktienmärkten darzustellen und vorherzusagen. Wer sich also für Datenanalysen im wirtschaftlichen Kontext und etwas Programmieren interessiert, ist bei IES genau richtig. Doch nicht in allen Modulen arbeitet man mit Daten und Softwareprogrammen. In spannenden Modulen, wie „European and International Law“, bekommt man auch Einblicke in internationale Gesetze, die den Welthandel regulieren. Auch ein Seminar zum Thema Arbeitsmarktpolitik, in dem ich meinen ersten Forschungsbericht geschrieben habe, gewinnt man viele neue Einblicke. Generell liegt der Fokus von IES auf dem großen Ganzen der Wirtschaft. Das heißt: Man konzentriert sich nicht auf einzelne Unternehmen in einem Markt, sondern behandelt wirtschaftliche Sachverhalte auf einer marktübergreifenden, internationalen Ebene.

Hier stellt sich der Bachelor International Economic Studies (BSc) an der WiSo vor.

Warum habt ihr Euch für einen englischen Studiengang an der WiSo in Nürnberg entschieden?

Lizzy: Der Bachelor of Science International Business Studies (IBS) an der WiSo ist aus meiner Sicht der perfekte Einstieg in eine Karriere im internationalen Kontext. Der Studiengang vermittelt mir das nötige Verständnis und Wissen, um Vorgänge in multinationalen Firmen zu analysieren und zu verstehen. Der Fokus auf eine internationale Perspektive war mir bei meiner Auswahl sehr wichtig: Ein integriertes Auslandssemester, das Erlernen mehrerer Fremdsprachen und die breite Fächerauswahl haben mich schließlich überzeugt, in Nürnberg zu studieren. Allgemein betrachtet besteht der Aufbau des Studienganges aus verschiedenen Pflicht- und Wahlmodulen mit einer Vielzahl von Bereichen, wie International Business, International Economics und International Politics, die alle in englischer Sprache unterrichtet werden. Die Zulassungszahl ist auf ca. 105 Studierende pro Studienjahr begrenzt. Dadurch können  wir während des Semesters sogar oft in individuellen und vergleichsweise kleinen Projektgruppen arbeiten.

Tillman: Allgemein wusste ich, dass ich etwas im Bereich Wirtschaft auf Englisch studieren wollte. Der Studiengang International Economic Studies war zum Zeitpunkt meiner Bewerbung einer der wenigen Programme, die man auf Englisch an einer staatlichen Hochschule im Bereich internationale Wirtschaft studieren konnte. Ein englischer Studiengang bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Zum Einen ist er eine Antwort auf die zunehmende Vernetzung und Globalisierung der Weltwirtschaft. Zum Anderen ist er der erste Schritt in die Welt von internationalen Organisationen. Außerdem ist der Studiengang sehr breit aufgestellt, was bedeutet, dass man nach dem Bachelor in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten kann. Auch die Anzahl der Studierenden ist vergleichsweise klein, was einen individuelleren Kontakt mit den Lehrenden und intensiveren Austausch mit den Professorinnen und Professoren ermöglicht. Außerdem ist  das integrierte verpflichtende Auslandssemester eine gute Chance, den internationalen Fokus zu erweitern.

In welchen Berufen könntet Ihr Euch zukünftig sehen?

Lizzy: Um das einzuschätzen, würde ich gerne noch die nächsten beiden Semester abwarten. In jedem neuen Semester beschäftigen wir uns mit neuen, spannenden Modulen im Bereich International Business, die mein Interesse auf unterschiedliche Weise wecken. Dadurch, dass wir uns in dem Studiengang IBS besonders mit Aufgaben internationaler Ausrichtung in verschiedenen Branchen beschäftigen, kann ich mir gut vorstellen, später einmal im Ausland zu arbeiten. Ich könnte beispielsweise Managements bei ihrer Internationalisierung unterstützen, Markteintrittsstrategien entwickeln, oder in internationalen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen arbeiten. Durch die vielen Auswahlmöglichkeiten, wie meine Zukunft aussehen könnte, finde ich es wichtig, durch Praktika tiefere Einblicke in die verschiedenen Business-Branchen und Sektoren zu erhalten. Aber auch während unseres Studiums werden wir bei unserer Auswahl vom Fachbereich unterstützt, beispielsweise durch Module wie „Professional Orientation“ oder „Case Studies in International Management“. In diesen beschäftigen wir uns viel mit externen Partnerunternehmen des Fachbereichs und deren Vielfältigkeit im internationalen Kontext.

Tillman: Die Auswahl an Berufsfeldern ist sehr vielfältig und beschränkt sich nicht nur auf ein Themengebiet. Anders als in der BWL (IBS), hat man die Möglichkeit, an zahlreichen Wirtschaftsforschungsinstitutionen zu arbeiten. Auch in Berufen des Finanzsektors, beispielsweise bei Banken, sind Absolventinnen und Absolventen unseres Studiengangs durchaus gefragt, genauso wie bei Einrichtungen des öffentlichen Sektors. Auch Consulting, also die Unternehmensberatung, ist ein beliebtes Berufsfeld vieler Studierenden. International Economic Studies bietet außerdem eine internationale Ausrichtung, durch die es möglich wird, bei global tätigen Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland zu arbeiten. Ich persönlich möchte mich erstmal mit einem Master auf ein Themengebiet spezialisieren. Erst dann kann ich vermutlich sagen, in welchen Berufen ich mich künftig sehe. Aber es ist gut zu wissen, dass wir für die Zukunft viele Auswahlmöglichkeiten haben.

Wie geht es nach Eurem Studium für Euch weiter?

Lizzy: Nach meinem Bachelor-Studium möchte ich auf jeden Fall noch einen Master machen. Welcher genau es sein wird, kann ich im Moment noch nicht sagen. Ich erhoffe mir durch ein Praktikum bei einem international agierenden Unternehmen, genauere Einblicke in die Berufswelt zu bekommen. Dieses kann gerne auch auf Englisch sein. Außerdem ist die Metropolregion Nürnberg ein attraktiver Standort für diverse internationale Firmen und Start-Ups, weswegen ich mir auch gut vorstellen könnte, nach dem Abschluss noch einige Monate hier zu bleiben.

Tillman: Während meines jetzigen Studiums möchte ich gerne noch ein paar genauere Einblicke in verschiedene Unternehmen erhalten, wie zum Beispiel durch Praktika und/oder Werkstudenten-Jobs. Anhand dieser Erfahrungen würde ich dann einen ebenfalls englischen Master-Studiengang anstreben, vielleicht sogar im Ausland. Dieser sollte sich mit meinen Interessen decken, die ich  zukünftig sowohl in meinem Studium als auch bei praktischer Arbeit sammeln werde. Ich spiele außerdem mit dem Gedanken, in der Zukunft einen berufsbegleitenden Master zu machen, um schon mal in die Arbeitswelt einzusteigen.