>> Grundschullehrerin in Taiwan- WiSo-Studentin Rina über ihre Erfahrungen im AIESEC-Projekt

Ob professionelles Praktikum oder gemeinnütziges Projekt, jedes Jahr nutzen etliche Studentinnen und Studenten die globale Organisation AIESEC, um Erfahrungen im Ausland sammeln zu können. So auch WiSo-Studentin Rina Uebe, die im Zuge des Projekts „Dream Beyond Language 3.0“ taiwanesischen Kindern Englisch beibrachte.

Gutes tun und die Sprachkenntnisse verbessern – eine perfekte Kombination

Nachdem sie ein Jahr Chinesisch gelernt hatte, plante Rina eine Reise in ein chinesischsprachiges Land. Durch eine Kommilitonin aus ihrem Chinesischkurs hörte die Studentin das erste Mal von einem Praktikum über AIESEC in Taiwan. „Ich war sofort Feuer und Flamme! Ich wollte meine Chinesischkenntnisse ja sowieso verbessern, die Möglichkeit erschien mir perfekt.“ Taiwan gefiel ihr auf Grund der Ähnlichkeit zur westlichen Kultur sehr gut, die Mentalitätsunterschiede sind nicht allzu extrem.

Die Entscheidung, das Volontariat wirklich zu machen, fällte die Studentin dann sehr spontan. „Ich entschied das aus dem Bauch heraus.” Der Bewerbungsablauf lief reibungslos, berichtet Rina. Nach der Registrierung bei AIESEC kann man sich direkt auf einzelne Projekte bewerben. Wenige Tage später gibt es ein Skype-Interview mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern vor Ort. Wer sich um Unterkunft und Verpflegung kümmert und dafür aufkommt, hängt von dem jeweiligen Projekt ab. In Rinas Fall übernahm AIESEC die Organisation. Die Zusage erhielt sie direkt wenige Tage nach dem Gespräch. Im August habe ich mich bei AIESEC beworben, Anfang September saß ich schon im Flieger nach Taichung, eine kleine, aber stark bevölkerte Stadt in der Mitte Taiwans. Ich hatte keine Vorstellung was mich dort erwarten wird.“ In Taichung kam sie bei einer Lehrerin der Schule unter, an der sie unterstützte.„Eine konkrete Ansprechpartnerin vor Ort wäre jederzeit verfügbar gewesen, glücklicherweise gab es aber keine größeren Probleme“.

“Ich hatte eine eigene Etage mit einer großen Terrasse. Nur ein Bett hatte ich nicht.”

Insgesamt sieben Wochen war die Studentin in der drittgrößten Stadt Taiwans, sechs davon hat sie an einer Grundschule unterrichtet. Die Familie, bei der sie lebte, war sehr freundlich und aufgeschlossen. „Lehrer(in) ist einer der bestbezahltesten Berufe, ich habe daher sehr angenehm gewohnt. Ich hatte eine eigene Etage mit einer großen Terrasse. Nur ein Bett hatte ich nicht. Auf dem Boden zu schlafen ist in Taiwan aber ganz normal und mein Rücken hat es mir letztendlich tatsächlich gedankt.“, erzählt Rina. Während ihres Aufenthalts war sie als Europäerin etwas sehr Besonderes für die Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gastfreundschaft überwältigte die Studentin schon in den ersten Tagen. Viele Kolleginnen und Kollegen brachten ihr täglich Essen oder persönliche Geschenke. Mit der Zeit bemerkte Rina aber auch die Unterschiede zur europäischen Mentalität. „Höflichkeit und Fassung bewahren sind sehr wichtig in der taiwanesischen Kultur. Ab und an kam ich mit dieser Art an meine Grenzen. Probleme werden nur sehr selten thematisiert und oft einfach weggelächelt.“ Gerade aber diese kulturellen Herausforderungen machten den Aufenthalt für die Studentin letztendlich aus.

Das Schulsystem in Taiwan ähnelt dem amerikanischen System, die Grundschule geht von der ersten bis zur sechsten Klasse. Pro Jahrgangsstufe gibt es zehn Klassen, insgesamt besuchen daher knapp 2000 Schülerinnen und Schüler den riesigen Schulkomplex. Nach anfänglichen Orientierungsproblemen fand Rina sich trotzdem schnell ein und fühlte sich sehr wohl. Nur die Verständigung stellte ein relativ großes Problem dar. Nur mit zwei Kollegen konnte sich die Volontärin auf Englisch unterhalten, mit den anderen Lehrerinnen und Lehrern verständigte sie sich mit Händen und Füßen oder einem kleinen Wörterbuch. „So war ich gezwungen meine Chinesischkenntnisse zu verbessern, das war eigentlich sehr gut. Ohne Grundlagen wäre ich aber aufgeschmissen gewesen. Besonders während der Arbeit mit den Kindern waren diese natürlich wichtig.”

Wertvolle Erfahrungen fürs Leben

Besonders aufregend war für die Studentin ein Super-Taifun, der über Taichung wütete. Drei Tage hatte die gesamte Stadt weder Strom noch Wasser, alle Geschäfte waren geschlossen. Die taiwaneische Bevölkerung kämpft mehrmals im Jahr mit solchen Naturgewalten. Obwohl das durchaus angsteinflößend war, schätzt Rina diese Art der Erfahrungen sehr. Auch die Wochenenden und Feiertage für verschiedene Reisen nutzen zu können und das komplette Land entdecken zu können, war eine wertvolle Möglichkeit für sie. „ Insgesamt bin ich absolut zufrieden mit diesem Projekt. Taiwan ist sehr klein, sodass man innerhalb weniger Fahrstunden an jedes Ende des Landes kommen kann. Es gibt wirklich so viel Tolles zu sehen und zu erleben!“

Gerade für Studierende kann Rina die Projekte von AIESEC nur empfehlen, da es eine gute Gelegenheit ist, solche Erfahrungen in geschütztem Rahmen und ohne großen Organisationsaufwand zu erleben. Außer einer Vermittlungsgebühr muss man die Kosten für den Flug und teilweise auch die Lebenshaltungskosten selbst tragen, das hängt ganz von dem jeweiligen Projekt ab.

Rina beginnt im Wintersemester ihren Master in Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie und möchte währenddessen eventuell erneut an einem Projekt teilnehmen.

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Blogpost “Mit AIESEC ins Ausland”

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