Studierende helfen Schulen

Vanessa und Katharina besuchten im Rahmen ihres wirtschaftswissenschaftlichen Studiums die Veranstaltung „Strategische Problemlösung und Kommunikation“ am Lehrstuhl für Unternehmensführung. Dabei erarbeiteten die Studierenden in einem Gemeinschaftsprojekt kreative Konzepte, wie öffentliche Schulen in Nürnberg ihre Finanznot lindern können.

 

Problematiken bei der finanziellen Beratung von Schulen

Die Themenstellung „Wie können Schulen eigenständig ihre Finanznot lindern?“ zeigte sich komplexer als zunächst angenommen, denn die zahllosen Restriktionen, mit denen Schulen heutzutage zu kämpfen haben, erschweren die Auswahl eines passenden Lösungskonzeptes erheblich. Ganz davon abgesehen, dass ich es grundsätzlich bedenklich finde, wenn Schulen notgedrungen selbst aktiv werden müssen, um ihr Equipment oder notwendige Renovierungen der baulichen Substanz vornehmen zu können, haben sie es damit auch nicht einfach. Der Staat geht mit Geldmitteln im Schulbereich traditionell sehr behutsam um und lässt die Schulen unter dem Stichwort „Eigenverantwortung” wohl mehr den Mangel verwalten als dass er bereitwillig Geld zur Verfügung stellt. So hat es nach ersten Recherchen und einem Gespräch mit den Rektoren niemanden mehr gewundert, dass die teilnehmenden Schulen überhaupt auf „Hilfe von außen“ hofften.

Die erste Hürde, die wir zur Herleitung eines passenden Konzeptes nehmen mussten, betraf nur uns als Studenten. Denn wie berät man als Wirtschaftsstudent eine Schule? Geht das überhaupt? Kann man erlernte Methoden und Modelle von Unternehmen auf Schulen übertragen? Um die Spannung vorweg zu nehmen: Natürlich geht das. Man muss sich aber schnell von traditionellen Unternehmenszielen und  „selbstverständlichen“ Ressourcen bzw. Kapazitäten verabschieden, auf die Unternehmen normalerweise zurückgreifen können, wenn sie eine Idee in die Tat umzusetzen wollen.

Die zweite Hürde bestand bzw. besteht aus den Restriktionen, mit denen generell auch Schulen zu kämpfen haben, wenn sie den vorgegebenen Rahmen verlassen und eigenständig ihre Finanzsituation  verbessern wollen. Allen voran steht dabei die nötige Vorgabe, Projekte außer Acht zu lassen, bei denen Schule bzw. Lehrer ihre Kernkompetenzen vernachlässigen müssen oder bei denen die Kinder in ihrem Schulalltag gestört werden. Dies zu beachten und dann auch noch ein Projekt zu finden, das nach einmaliger Durchführung nicht automatisch beendet ist, ist wahrlich nicht einfach. Hinzu kommt, dass das Lösungskonzept ohne großes Startkapital umsetzbar sein sollte und einen soliden Zufluss an Geldern oder sonstigen Hilfsmitteln  gewährleisten muss.

Wer sich mit dieser Thematik auseinandersetzt, dem werden natürlich noch weit mehr Stolpersteine auffallen. Deren Ursprung kann oft darin gefunden werden, dass es sich eben um eine öffentliche Einrichtung mit einer Vielzahl staatlicher Richtlinien handelt und nicht um ein Unternehmen.

Unserer Idee für die Bartholomäus – Grundschule Nürnberg ist die sogenannte „Klassenpatenschaft“, bei der Unternehmen und/oder Vereine die Schule (und damit indirekt die eigene Patenklasse) vor allem finanziell, aber auch durch Sachleistungen und Interaktion unterstützen. Dieser Lösungsansatz hält nicht nur gesetzliche Regelungen ein (auch dieser Aspekt ist nicht zu unterschätzen) und umgeht genannte Restriktionen, er sorgt hoffentlich auch für einen soliden und kontinuierlichen Zufluss an Geldern und Hilfsmitteln.

Inwieweit unsere und andere Ideen Erfolg haben werden, zeigen aber wohl erst die nächsten Monate.

Vanessa

Mit der Spendenuhr zum Erfolg

Darstellung: Mit der Spendenuhr zum Erfolg

Wenn ich an mein letztes Semester an der FAU zurückdenke, kommt es mir so vor als hätte ich die meiste Zeit mit Katharina, Reiner und unseren drei Laptops verbracht. Nach einem Treffen mit der Schulleiterin „unserer“ zugeteilten Schule, der Bartholomäusschule, war klar, dass schon mit relativ geringen Investitionen viel für die 192 Schulkinder erreicht werden kann. Die Stadt Nürnberg verfügt jedoch über keinen finanziellen Spielraum und kann den Schulen gerade einmal das Fortführen des Schulbetriebs gewährleisten. Wie kann also die Gewinnsituation der Schule verbessert werden, fragten wir uns ganz so wie es sich für BWLer gehört. Dass Schulen leider gar nicht wie Unternehmen funktionieren, stellte die erste große Herausforderung für uns dar, denn normalerweise sind EBIT, lineare Abschreibungen und die 4 Ps des Marketings unser tägliches Brot. Umdenken war gefragt und wir kamen zu dem Ergebnis, dass Spenden zu sammeln die einzige Möglichkeit ist. Nur der richtige Aufhänger fehlte uns noch dafür.

Katharina und ihr Team bei der Präsentation ihrer Idee.

Eines Nachts um drei Uhr kam Reiner dann die Erleuchtung, in Form der Spendenuhr. Das Konzept dahinter ist einfach und doch innovativ. Eine Spendenuhr soll in einem Geschäft aufgestellt werden und den Fortschritt des Spendenbetrags grafisch darstellen. Die Spende selbst ist eine prozentuale Umsatzbeteiligung an dem teilnehmenden Unternehmen, beispielsweise ein Café, und kommt der Schule in vollem Umfang zu Gute. Das Geschäft hat davon den Show-Effekt der digitalen Anzeige, was erhöhten Kundenzulauf garantiert, die Kunden können sich durch ihren Einkauf sozial engagieren und der Schule fließen die Spendengelder zu. Eine Triple-Win-Situation, auf die wir besonders stolz waren.

Nach einer durchgearbeiteten Nacht stellten wir unsere Idee den Lehrstuhlmitarbeitern und der Schulleiterin vor. Unsere Augenringe haben sich ausgezahlt, denn die Spendenuhr wurde als eine der besten Ideen ausgezeichnet und wir erhielten sogar die Möglichkeit, sie vor allen Schulleiterinnen und dem Schulbürgermeister zu präsentieren. Wir sind sehr stolz auf die Würdigung unserer Idee, aber viel wichtiger ist uns, dass dieses Projekt wirklich umgesetzt wird. Die Planungen laufen bereits und ich hoffe, dass bald in einem Laden in Nürnberg eine Spendenuhr für unsere Schule im Schaufenster stehen wird.

Katharina

 

Links zum Thema

Lehrstuhl für Unternehmensführung

http://www.management.wiso.uni-erlangen.de/

Informationen zur Vorlesung „Problemlösung und Kommunikation“

http://www.management.wiso.uni-erlangen.de/Lehre/Bachelor/PuK/PuK_Bachelor.htm