>> Endlich ankommen: Theresa und Marcel über das Buddyprogramm für Flüchtlinge

Die aktuelle Diskussion um Flüchtlinge bestimmt seit Wochen die Schlagzeilen. Auch Marcel, der am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften im Wirtschaftspädagogik-Master studiert, hat die Flüchtlingskrise mitverfolgt. Für ihn stand fest, er will sich engagieren und helfen. Die Frage war nur wie? In einem Sprachkurs an der Uni erhielt Marcel erste Anstöße, wie er sich einbringen kann. Der Dozent des Kurses unterrichtet Deutschkurse für Flüchtlinge und schlug ihm vor, ein Buddyprogramm für Flüchtlinge ins Leben zu rufen.

Gesagt, getan!

Die Grundidee für das Flüchtlings-Buddyprogramm ist dabei simpel. Mitmachen kann jeder Bachelor- und Masterstudent. Die Anmeldung erfolgt dabei ganz unkompliziert über Studon. Jeder interessierte Studierende kann sich registrieren. Zeitgleich wird in den Deutschkursen des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften und der FAU das Angebot an die Flüchtlinge unterbreitet. Auch hier gilt: Mitmachen kann, wer will. Anschließend findet eine Art „Speed-Dating“ zwischen Buddys und Flüchtlingen statt, bei dem jedem Tandem zwei Minuten Zeit zum Kennenlernen zur Verfügung stehen. Anhand einer Präferenzliste, die Buddys und Flüchtlinge abgeben, werden nun die endgültigen Gruppierungen ausgewertet. IMG-20160127-WA0002

Marcel hat das Buddyprogramm für Flüchtlinge in Eigeninitiative auf die Beine gestellt. Für den Masterstudierenden bedeutete das neben dem Studium und Arbeit nochmals zusätzlichen Workload. Unterstützung erhielt er dabei vom Referat für Internationale Angelegenheiten, vom Sprachenzentrum des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften und vom Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung, die ihn bei der Organisation unterstützten. Dabei geht es ihm nicht um Anerkennung oder ECTS, für Marcel zählt die gute Sache: „Die Erfahrungen, die ich durch das Buddyprogramm sammle, sind unbezahlbar!“

Gemeinsam Kultur gestalten

Theresa und Zilan sind eines von 28 Buddy-Tandems. Egal ob Kaffee trinken, Sport, oder auch gemeinsames Lernen in der Bibliothek – den Tandems bleibt selbst überlassen, wie oft sie etwas unternehmen und wie die Treffen gestaltet werden. Dabei steht Theresa Zilan als Ansprechpartnerin bei Fragen zu Uni, aber auch zu bei kulturellen Angelegenheiten zur Seite. Zilan kam vor knapp 1,5 Jahren aus Syrien nach Deutschland. Für den 21-jährigen ist es wichtig, dass er die Kultur in Deutschland kennen lernt und nicht nur die Sprache.

Sein Abitur hat Zilan in Syrien gemacht, wo er anschließend Bauingenieurwesen studieren wollte. Dann brach der Krieg aus. Hier in Deutschland muss Zilan C1 Niveau in einem Deutschkurs nachweisen können, um studieren zu können. Hierbei hilft ihm das Buddyprogramm. Theresa und Zilan unterhalten sich ausschließlich auf Deutsch, damit Zilan seinen größten Wunsch, studieren zu dürfen, endlich in die Tat umsetzen kann. Dabei profitiert auch Theresa: Die Wirtschaftspädagogikstudentin erhält durch Zilan Einblicke in die syrische Kultur und kann so durch das Buddyprogramm zahlreiche Vorurteile, die durch die Medien geschürt werden, entkräften.

Vorteile bekämpfen, Engagement zeigen

Die aktuelle Debatte um die Flüchtlingspolitik in den Medien beurteilen die drei kritisch. Das Buddyprogramm für Flüchtlinge hat ihnen geholfen, Abstand zu den Informationen aus den Medien zu gewinnen und sich selbst ein Bild von der Flüchtlingskrise zu machen. Theresa und Marcel sind sich einig: „Das Buddyprogramm ist eine gute Möglichkeit um sich eine eigene Meinung über die brandaktuelle Situation zu bilden, bei der man sich gleichzeitig noch engagiert!“ Deshalb können die beiden andere Studierende nur ermutigen, sich ebenfalls beim Buddyprogramm einzubringen und somit das interkulturelle Zusammenwachsen in der Gesellschaft zu stärken. Wer sich bei Studon registrieren möchte, findet hier den Link.