>> Ein Auslandssemester in Nürnberg, Bayerns zweitgrößter Stadt

In diesem Interview berichten die vier Austauschstudierenden Lisa Herrsch (aus Österreich), Kunbo Zhao (aus der Slowakei), Shu Sheng Ian Ting (aus Taiwan) und Xinyi Zhao (aus China) von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in ihrem Auslandssemester an der WiSo und an der technischen Fakultät der FAU in Erlangen. Sie beantworten Fragen rund um das Thema Auslandssemester und geben wertvolle Ratschläge zu einem Aufenthalt im Ausland.

Die FAU bietet diverse Auslandsprogramme an, zu den gängigsten gehört das ERASMUS-Förderprogramm in Europa. Aber auch außereuropäische Austauschmöglichkeiten stehen zur Auswahl. Unter den Interviewpartnerinnen und Interviewpartner haben zwei an ERASMUS teilgenommen. Zwei haben aber auch an einem internationalen Austausch im Bereich Maschinenbau teilgenommen.

Eine der bedeutsamsten Fragen zu Beginn: Warum habt ihr für das Auslandssemester die WiSo/FAU gewählt? 

Shu Sheng Ian Ting: Ich habe mich für die FAU entschieden, weil sie in der Weltrangliste der Universitäten gut abschneidet, außerdem ist Deutschland eines der führenden Länder in der Maschinenbauindustrie und die Deutschen sprechen gut Englisch.

Xinyi Zhao: Außerdem ist ein Auslandssemester an der WiSo eine tolle Gelegenheit, um Freunde aus verschiedenen Ländern zu finden.

Und wie viel Zeit muss für die Vorbereitung eingeplant werden?

Xinyi Zhao: Nicht länger als einen Monat. Ich habe mein Programm erst im Juni 2021 gefunden, mich beworben und Anfang Juli 2021 die Zusage erhalten. Was jedoch anzumerken ist, ich habe bereits 2 Semester als Austauschstudent an der HTW Berlin verbracht.

Lisa Herrsch: Die Vorbereitungszeit hat einige Stunden in Anspruch genommen. Da ich ein Erasmussemester mache, musste ich mich um passende Vorlesungen kümmern, sodass diese dem Stundenplan an meiner Heimatuniversität entsprechen. Sprachlich gesehen hatte ich keine Vorbereitungszeit. Des Weiteren sind auch mehrere Stunden einzuplanen, um die Bürokratie, wie Wohnheimsplatz oder diverse Stipendien, zu erledigen.

Die Vorbereitungszeit für ein Auslandssemester ist je nach Programm und gewähltem Gastland unterschiedlich. Es ist ratsam, bereits etwa zwei Semester vorher mit der Organisation zu beginnen, da oft Monate vergehen, bis die Anträge bearbeitet sind. Damit dann noch genug Zeit für die Wohnungssuche und sonstige organisatorische Dinge bleibt, sollte zeitnah angefangen werden zu recherchieren. Ihr habt euch für Deutschland entschieden. Habt ihr euch ausdrücklich auf das Gastland vorbereitet? Und was war euer Eindruck?

Lisa Herrsch: Da ich aus Österreich komme, habe ich mich nicht speziell auf Deutschland vorbereitet. Die Kulturen sind sehr ähnlich. Es gibt nur kleine Unterschiede im Dialekt.

Xinyi Zhao: Ich komme aus China, als ich als ich zum ersten Mal nach Deutschland kam hatte ich einen Kulturschock, diesmal war ich schon vorbereiteter. Die Leute hier fragen immer direkt nach etwas. In meiner chinesischen Kultur ist es unhöflich, bestimmte Dinge direkt zu fragen.

Wie gefällt euch Nürnberg?

Xinyi Zhao: Die Stadt ist nicht so groß, aber sehr schön. Und ich habe gehört, dass der Weihnachtsmarkt in Nürnberg der größte in Deutschland ist. Ich freue mich schon sehr darauf, ihn an Weihnachten zu besuchen.

Ihr habt nun schon etwas Zeit in Nürnberg verbracht. Habt ihr Lieblingsecken in Nürnberg?

Kunbo Zhao: Mein Lieblingsort in Nürnberg ist die Innenstadt mit den alten Gebäuden. Ich gehe sehr gerne auf die Burg.

Das Auslandssemester ist davon geprägt, weltweit Kontakte zu knüpfen, neue Freunde kennenzulernen oder mit seinen alten Freunden eine schöne Zeit im Ausland zu verbringen. Kanntet ihr bereits andere Studenten, die mit euch das Auslandssemester begonnen haben?

Shu Sheng Ian Ting: Ja, ich habe zwei Freunde, die von meiner Heimatuniversität mit mir an die FAU gekommen sind. Wir kannten uns also schon, bevor wir nach Deutschland kamen.

Sollten Studenten noch keine Kontakte in Nürnberg haben, ist dies aber kein Problem! Verantwortliche der FAU oder der WiSo bieten tolle Programme und Gelegenheiten, um mit Einheimischen oder anderen Studierenden aus aller Welt in Kontakt zu kommen. Es braucht nur etwas mehr Mut ein Auslandssemester allein zu beginnen. Wie habt ihr in Nürnberg Kontakte geknüpft?

Shu Sheng Ian Ting: Wir hatten einen Fakultätstag in Erlangen und ich habe dort viele Freunde getroffen. Wir haben zusammen zu Mittag gegessen und sind über den Campus spaziert. Am Nachmittag gab es bei einem Bier schöne erste Gespräche und wir lernten uns kennen.

Kunbo Zhao: Man kann am Buddy-Programmteilnehmen. Monatlich treffen sich alle, um gemeinsam Aktivitäten zu unternehmen, wir sind z.B. letzten Monat nach München gefahren.

Lisa Herrsch: Ich wurde herzlich in der Universität und im Wohnheim aufgenommen.

Ihr verbringt ein Semester nur mit Reisegepäck. Welche Dinge sollten unbedingt in den Koffer?

Xinyi Zhao: In den Koffer gehören definitiv: Netzteil; Laptop; Kleidung; Schuhe; Zulassungsbescheid der Uni und Hautpflegeprodukte.

Lisa Herrsch: Ich habe 20 Minuten vor der Abfahrt zu packen begonnen. Daher bin ich die falsche Ansprechpartnerin, was effizientes Packen betrifft. Aber was ich sagen kann ist, dass es den klassischen IKEA-Einkauf gibt.

Ein Auslandssemester kann schnell teuer werden. Habt ihr einen Tipp, wie man bei einem Auslandsaufenthalt Geld sparen kann?

Kunbo Zhao: Ich denke, dass man beim Essen sehr viel Geld sparen kann. Es ist besser, selbst zu kochen, als oft in einem Restaurant zu essen. Beim Reisen sollte man auf keinen Fall sparen. Genießt eure Zeit und besucht alles, was nur möglich ist.

Und jetzt noch kurz und knapp gefragt:

Drei Emotionen/Momente, die deine Zeit im Ausland beschreiben:

Xinyi Zhao: Kulturschock, Begeisterung, Vergnügen

Lisa Herrsch: die Menschen, die ich kennengelernt habe; Zeit für mich; das Starkbierfest

Wissenswertes, was du gerne vorher gewusst hättest:

Xinyi Zhao: Nur Englisch zu können ist nicht genug, die Bedeutung von direkter Kommunikation, kein Einkaufen an Sonntagen

Shu Sheng Ian Ting: Bier zu trinken am Tag, Schnee zu sehen im April

Lisa Herrsch: Ich bin ohne Erwartungen nach Nürnberg gegangen, also kann ich dazu nichts sagen.

Worte, die du im Deutschen besonders schwer zu verstehen findest:

Shu Sheng Ian Ting: Die Artikel: Das, Die, Der; das Wort: aufmachen

Nähere Informationen zu Austauschmöglichkeiten findet ihr auf der Website der FAU hier.