>> Das Mentorenprogramm für Erstsemester – Erste Hilfe für Studierende

Die ersten Schritte sind mit Unterstützung immer leichter. Jeder Studierende erinnert sich bestimmt an dieses mulmige Gefühl am Anfang des Studiums zurück! Das Leben an der Uni als Erstsemester ist verwirrend, unübersichtlich und vor allem erst mal ungewohnt. Hier unterstützt das Mentorenprogramm des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo Nürnberg), das speziell darauf abzielt, den Studienanfängern den Start in den Unialltag zu vereinfachen. Im Rahmen des Programms stehen Studierenden aus höheren Semestern den neuen Studierenden als Mentorinnen und Mentoren bei Problemen und Fragen ab Studienbeginn zur Seite.

Die Ausgabe der Ersti-Taschen fand diszipliniert und unter Beachtung der Abstandsregeln statt

In einem gemeinsamen Planspiel lernen sich die Studierenden kennen und versuchen erste wirtschaftliche Problemstellungen als Team zu meistern. Danach werden die Erstis mit den bekanntesten Orten der Stadt vertraut gemacht – eine erste gute Möglichkeit neue Freundschaften zu schließen. Als persönliche Ansprechpartner sowie über die e-Learning Plattform „StudOn“ betreuen die Mentorinnen und Mentoren die Studierenden und helfen dabei ein Netzwerk aufzubauen. So ist der Studienstart spannend gestaltet und jeder hat das Gefühl alle wichtigen Informationen zu erhalten.

Dieses Jahr war aber einiges anders als gewohnt: Aufgrund der Pandemie wurde entschieden das Mentorenprogramm mit dem Unternehmensplanspiel in einen Get-Together-Tag und eine Zoom-Veranstaltung zu gliedern.

Am Get-Together-Tag trafen sich die Mentorinnen und Mentoren mit ,,ihren” Erstsemestern in kleinen Gruppen an verschiedenen Standorten, verteilt in der Stadt Nürnberg, und absolvierten eine Stadtführung. Zu den verschiedenen Orten der Stadtführung zählten die Burg, der Hauptmarkt, die Lange Gasse und noch einige weitere Stationen. Die Studierenden hatten die Möglichkeit ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen persönlich kennenzulernen, erste Fragen zu klären und die Erstitaschen an der Langen Gasse entgegenzunehmen.

Das Mentorenprogramm an der Langen Gasse 20

Die weiteren vier Tage des Unternehmensplanspiels verliefen dann in den jeweiligen Mentoren-Gruppen über Zoom. Außerdem gaben die Mentorinnen und Mentoren mit einer Checkliste zum Studienstart alle wichtigen Informationen an die Hand, die am Anfang dringend benötigt werden. So wird man schon früh mit den unterschiedlichen Internetportalen der Universität vertraut gemacht und verpasst dank einer Auflistung der Termine keine wichtigen Fristen. Das Mentorenprogramm trägt durch seine Verbindungsfunktion zur Stärkung des Kontakts zwischen den Studienanfängern und dem Fachbereich maßgeblich bei.

Die beiden Studierenden Melissa und Niklas haben uns ein Interview gegeben, in dem Sie schildern wie ihre Erfahrungen als Mentorin und Mentor waren:

Melissa Kern (Master in Marketing, 3. Semester)

Niklas Stohr (Master in International Information Systems, 1. Semester)

Melissa und Niklas,
Bild von 2019

Wie seid ihr zum Mentorenprogramm gekommen?

Insgeheim hat uns das beide schon angesprochen, als wir selbst noch Erstis waren – den Neuen unter die Arme greifen zu können, erster Ansprechpartner zu sein – vor allem auch für diejenigen, die ganz neu nach Nürnberg gezogen sind und somit meist niemanden kennen – so, wie es unsere Mentoren damals waren. Im späteren Verlauf des Studiums wurde uns auch immer deutlicher, wie viel unkomplizierter die ein oder andere Situation im Uni-Leben hätte sein können, wenn man diese oder jene Info bereits gehabt hätte. Deshalb hat es uns jeweils gereizt, Mentor zu werden.

Somit haben wir beide bereits durch unsere eigene Erfahrung als Erstis, aber auch durch offizielle „Werbung“ in Vorlesungen oder per E-Mail das Mentorenprogramm gekannt. Irgendwann haben wir uns dann beide, unabhängig voneinander, nach dem Erhalt der Einladungs-E-Mail offiziell beworben. Dabei haben wir jeweils einen Freund bzw. eine Freundin als Partner-Mentor angegeben und, nach der Zusage, gemeinsam, in kleineren Gruppen, die FBZHL Mentoren- sowie Planspielschulung gemacht! Bereits hier haben wir erste Kontakte geknüpft. Anschließend startet dann bereits die Planspielwoche …

Was bietet das Mentorenprogramm in euren Augen für die Mentees?

Da gibt es viele Vorteile. Zum einen geben wir Ihnen die wichtigsten Infos für einen gelungenen Start ins Studium mit. Zum anderen beantworten wir jegliche Fragen, wie: Welche Module kommen auf mich zu? Wie melde ich mich zu den Prüfungen an? Wie lerne ich richtig (für welches Modul)? Wie erstelle ich meinen Stundenplan? Wann steht was an? Wo finde ich welche Formulare? Und vieles mehr.

Die Mentorinnen und Mentoren versorgen mit Informationen und Tipps

Darüber hinaus erhalten die Mentees hilfreiche Tipps aus unseren eigenen Erfahrungen als Studenten, sprich was wir im Hinblick auf unser Studium genauso wieder machen würden oder auch besser. Weiter bekommen Sie eine Uniführung, um die Uni (WISO, Bibliothek, Mensa, etc.) und all ihre Institutionen kennen zu lernen.

Zudem steht, wie bereits angedeutet, dass Kennenlernen neuer Leute im Mittelpunkt, mit denen die Zeit in der Uni sicherlich mit viel Spaß starten kann. Wir Mentoren veranstalten dabei unterschiedlichste Events, um das Kennenlernen zu beschleunigen und zu vereinfachen. So haben wir beispielsweise die ein oder andere Kneipentour, einen Restaurantbesuch oder Ausflüge auf den Christkindlmarkt organisiert.

Wie war der Kontakt zu den Mentees und habt ihr heute noch Kontakt zu ihnen?

Wir geben den Mentees über verschiedenste Plattformen die Möglichkeit, mit uns in Kontakt zu treten bzw. zu bleiben: über die StudOn-Plattform der Universität, E-Mail, o.a. Facebook oder WhatsApp – Gruppen. So kann jeder Ersti je nach Bedarf entscheiden, inwieweit er oder sie das Angebot nutzen will. Viele unsere Mentees kommen auch noch nach mehreren Semestern auf uns zu, sollten größere Entscheidungen im Uni-Leben anstehen oder wichtige Fragen auftreten. Einige sind aber auch fester Bestandteil unseres Freundeskreises geworden.

Nach wie vor organisieren wir also immer wieder Treffen mit unseren ehemaligen Mentees, und laden Sie auch regelmäßig zu anderen Events ein!

Welche Vorteile seht ihr in einem Engagement als Mentor?

An erster Stelle steht, ganz klar, der Spaß!

Viele der schönsten und lustigsten Uni-Momente sind im Rahmen des Mentorenprogramms entstanden, sei es, dass bspw. alle Mentoren zusammen in der Mittagspause Pizza bestellt haben o. a. das ein oder andere Mal gemeinsam feiern gegangen sind.

Darüber hinaus stehen für uns die zahlreichen, interessanten Begegnungen mit den unterschiedlichsten Charakteren im Vordergrund. So durften wir jedes Jahr ca. 50-60 neue Erstis, aber auch jedes Mal wieder neue Mentoren kennenlernen. Auch wenn nicht jeder Kontakt gleichermaßen intensiv und ausschweifend sein wird, so können wir dennoch versichern, dass auf jeden Fall enormes Potenzial für großartige, neue Freundschaften besteht (siehe wir beide)!

Das Mentorenprogramm trägt nach wie vor
zu einem positiven Studienstart bei

Neben genannten Aspekten hat uns ein Engagement als Mentor auch als Personen weitergebracht. Sei es als Übung, um Verantwortung zu übernehmen, Informationen strukturiert zu präsentieren o. a. das Präsentieren an sich. Natürlich macht sich ein Engagement als Mentor auch im Lebenslauf gut, da man sich bereits, während dem Studium, im Uni-Leben einbringt. Zudem ist es nie verkehrt langfristig zu denken, sprich auch bereits in der Uni die Chance zu ergreifen, um wertvolle Kontakte für die Zukunft bzw. das spätere Berufsleben zu knüpfen.

Würdet ihr euch wieder als Mentoren bewerben?

Wir beide haben das Mentorenprogramm nun schon 4 x als Mentor begleitet. Wir denken, das spricht für sich!

Durch das Programm haben nicht nur wir uns kennen gelernt und sind enge Freunde geworden, sondern haben auch noch viele weiter großartige Menschen getroffen, die wir nun zu unseren Freunden zählen dürfen. Wir sind als Personen gewachsen und konnten unser Wissen über den Unialltag an unsere Kommilitonen weitergeben.

Blick über die Stadt Nürnberg

Also zum Fazit: Wir würden uns immer wieder bewerben, doch wollen wir nun auch einmal Platz für andere Studenten machen, die ebenso diese Chance als Mentor für sich nutzen wollen – wir beide können es nur mit Nachdruck empfehlen!

Durch das Engagement der Mentorinnen und Mentoren konnte das Mentorenprogramm unter der Leitung von Julian Grümmer vom Lehrstuhl für Rechnungswesen und Prüfungswesen von Prof. Dr. Klaus Henselmann nun auch in diesem Semester stattfinden.

Wenn Sie selbst am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studieren, können Sie sich bei Interesse für das Mentorenprogramm ab Sommer 2021 hier bewerben. Auf dieser Seite finden Sie auch weitere Informationen zum Mentorenprogramm allgemein.