>> Als Mentor Schüler motivieren – Natascha über ihr Ehrenamt bei ROCK YOUR LIFE!

Dass ein Mentor nicht immer ein erfahrener Alumni sein muss, beweisen die Studierenden beim Verein „ROCK YOUR LIFE!“ (RYL!). Denn dort sitzen die Mentoren noch selbst im Hörsaal. Sie stehen über zwei Jahre Schülern zur Seite, um sie beim Erreichen ihrer ganz persönlichen Ziele zu unterstützen. Natascha Brucker (24) studiert im dritten Semester den Master in Marketing am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und gehört zum RYL!-Organisationsteam. Um sich sowohl ehrenamtlich als auch studienbezogen zu engagieren, ist sie seit knapp einem Jahr für den Verein in der Metropolregion Nürnberg als Netzwerkkoordinatorin und Vorstandsmitglied aktiv.

„Jeder verdient jemanden, der an ihn glaubt“

Natascha kam für ihren Master am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften nach Nürnberg und wurde bei der Erstsemesterbegrüßung in Erlangen auf die Initiative RYL! aufmerksam. Das Konzept ist simpel: Ein Studierender begleitet je einen Mittel- bzw. Hauptschüler während dessen letzten zwei Schuljahren. Die Studierenden sind dabei nicht etwa kostenlose Nachhilfelehrer, vielmehr fungieren sie als eine Art großer Bruder oder große Schwester. Ihre Aufgabe ist es, die Schülerinnen und Schüler zu stärken, damit sie an sich selbst glauben und ihre Ziele verfolgen. Natascha war sofort begeistert und beschloss, eine „Rockerin“ zu werden. Denn der Verein biete bei der Arbeit nicht nur viel Professionalität, sondern auch Weiterbildungsmöglichkeiten für die Studierenden. „Ich stehe voll hinter dem Konzept von RYL! – denn jeder verdient jemanden, der an ihn glaubt und ihn unterstützt“, sagt Natascha. Heute ist sie als Netzwerkkoordinatorin Teil des Vorstands in der Metropolregion Nürnberg und hat außerdem bei der RYL! gGmbh in München eine Trainerausbildung abgeschlossen, die sie zur Leitung von Seminaren für Mentoren und Mentees qualifiziert.

Durch gemeinsame Aktivitäten wächst das Team noch enger zusammen.

Durch gemeinsame Aktivitäten wächst das Team noch enger zusammen.

Die Aufgaben als Netzwerkkoordinatorin sind vielfältig. „Ich bin sowohl für Partnerakquise und Fundraising, als auch für die PR des Vereins und das Hochschulmarketing verantwortlich“, erzählt die Marketing-Studentin. Um diesen großen Aufgabenbereich zu bewältigen, hat Natascha ein Netzwerkteam, mit dem sie zusammenarbeitet. Konkret bedeutet das, ständig neue Mentoren und Mentorinnen an Land zu ziehen und sich um die stetige finanzielle und ideelle Unterstützung durch Unternehmen zu kümmern. So erhalten Mentoring-Paare beispielsweise Freikarten fürs Bouldern oder den Mentees werden Schnuppertage bei Unternehmen ermöglicht. Die 24-Jährige ist durch ihre Position auch Mitglied des Vorstands in der Metropolregion. Dieser beschließt die strategischen Aspekte und muss durch das kontinuierliche Wachstum des Vereins auch permanent neue Ziele definieren, Aufgaben verteilen und Kommunikationswege finden. Bei der Arbeit für RYL! können und sollen sich die Studierenden also selbst ausprobieren. Natascha gibt allerdings zu: „Dadurch habe ich oft viele Baustellen gleichzeitig, die es richtig zu priorisieren gilt“.

Mentoring-Paare finden sich mittels „Speed-Dating“

RYL! gibt es mittlerweile an über 40 Hochschulstandorten in Deutschland und ist somit eine bundesweite Bildungsinitiative. Die Zuordnung der Mentoring-Paare erfolgt mittels „Speed-Dating“. Die Mentoren und Mentees lernen sich in ungezwungenem Rahmen kennen und können dann am Ende drei Favoriten aufschreiben.

Bei den Seminaren lernen Mentoren und Mentees, wie sie die gemeinsam gesteckten Ziele am besten erreichen.

Bei den Seminaren lernen Mentoren und Mentees, wie sie die gemeinsam gesteckten Ziele am besten erreichen.

Um die Studierenden auf die verantwortungsvolle Aufgabe als Mentor vorzubereiten, bietet der Verein Seminare an, die ihnen die geeigneten Instrumente für das Arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg geben. „Man hat seinen persönlichen Schützling, den man zwei Jahre lang begleitet“, beschreibt Natascha die Arbeit als Mentor, „bei den Seminaren lernen die Mentoren viel über sich selbst und eignen sich wichtige soziale Kompetenzen an“. Dennoch sollten sich die Studierenden, die als Mentoren tätig werden möchten, im Vorfeld über die Verantwortung und die zweijährige Verpflichtung bewusst sein. Dazu zählt, sich etwa alle ein bis zwei Wochen mit seinem Mentee zu treffen und gemeinsam mit diesem an drei Pflichtseminaren teilzunehmen. Im ersten Seminar legt das Mentoring-Paar gemeinsam Ziele fest, die der Mentee erreichen möchte. „Das kann ganz verschieden ausfallen – ob der Schüler einfach nur das Schuljahr bestehen möchte, einen Ausbildungsplatz haben will oder sich auf einem ganz anderen Gebiet mehr zutrauen möchte“, sagt Natascha. Außerdem lernen die Mentoring-Paare, wie sie die Talente und Stärken der Mentees erkennen und Widerstände zu überwinden.

„Ich lerne hier mehr, als bei diversen Werkstudentenjobs“

Marketingstudentin Natascha ist RYL!-Netzwerkkoordinatorin und Vorstandsmitglied der Metropolregion Nürnberg.

Das RYL!-Team in der Metropolregion bringt Mentoring-Paare in Erlangen, Fürth und Nürnberg zusammen. Derzeit besteht es aus rund 70 Mitgliedern, wovon etwa 30 als Mentoren und die anderen im Organisations-Team tätig sind. Dieses trifft sich einmal im Monat, um allgemeine Absprachen zu treffen. Außerdem finden Treffen der einzelnen untergeordneten Teams, wie etwa von Nataschas Netzwerkteam, statt. Damit stets alle Mitglieder auf dem Laufenden bleiben, gibt es verschiedene Newsletter. Der Verein lebt von der Motivation und der Einsatzbereitschaft der Studierenden. Wichtig für RYL! sind aber auch die Kooperationen mit Unternehmen. Im Gegenzug zu deren Unterstützung lernen die Unternehmen potenzielle Auszubildende kennen, die sich durch Eigeninitiative und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung auszeichnen. Denn nach der Vorstellung des Konzepts in ihren Schulen können sich die Mentees freiwillig für RYL! entscheiden und zeigen so ihren Willen zum Anpacken ihrer eigenen Zukunft.

Die Aufgaben des Organisationsteams sind breit gefächert. Finanzen, IT, Marketing oder Presse – auch wer kein Mentor sein möchte, hat viele Möglichkeiten, sich für RYL! zu engagieren. Wichtige Eigenschaften für diese Arbeit sind Eigeninitiative sowie strategisches und langfristig orientiertes Denken. Dafür kann man dann seine eigenen Ideen einbringen und sich auch mal ausprobieren. „Ich lerne bei meiner Arbeit als Vorstand mehr, als bei diversen Werkstudentenjobs“, meint Natascha. Und dass das ehrenamtliche Engagement nicht nur sehr vielfältig ist, sondern auch schnell Ergebnisse zeigt, bemerkt Natascha immer wieder: „Bei einem Seminar war ein Mentee zu Beginn total schüchtern. Er hat sich im Laufe des Tages geöffnet und hatte am Ende richtig viel Spaß. Es ist wirklich toll, wie sich die Schüler bei RYL! entfalten und etwas daraus mitnehmen“.

Natascha gibt ihr Amt aufgrund eines Auslandssemesters ab Anfang Dezember ab. Bei Interesse an dem Posten können Sie sich an nuernberg@rockyourlife.de wenden.


Weitere Informationen zum Thema:

– RYL! in der Metropolregion Nürnberg

– Welches Engagement kommt in Frage? Die Antwort gibt es hier.