31. Praxisseminar mit Prof. Dr. Heinrich von Pierer: Studierende setzen sich mit dem Management des strategischen Wandels auseinander

Im Wintersemester 2020/21 konnte erneut das Praxisseminar mit Prof. Dr. Heinrich von Pierer stattfinden. Im Gegensatz zu den vorherigen Semestern, hat das mittlerweile 31. Praxisseminar aufgrund der Pandemie ausschließlich digital stattgefunden. Erneut haben zwölf Studierende verschiedener Bachelor- und Masterstudiengänge die Möglichkeit erhalten als Beraterteam zu fungieren und an einer ökonomischen Fragestellung zu arbeiten sowie ein eigenes Konzept vorzustellen. In durchmischten Dreiergruppen durften die Studierenden den strategischen Wandel der deutschen Unternehmen Deutsche Bank, RWE/E.ON, Thyssenkrupp und VW untersuchen.

Wie lief das Seminar ab?

Das Praxisseminar begann mit einer digitalen Auftaktveranstaltung über Zoom, bei der der Umfang des Seminars besprochen worden ist und die Gruppen eingeteilt wurden. Nach der Einteilung der Gruppen und der Themenvergabe, war es das Ziel jeder Gruppe ein strategisches Konzept in Form einer Seminararbeit und Abschlusspräsentation zu erstellen. Nach der Auftaktveranstaltung lernten sich die einzelnen Gruppen kennen und konnten sich erstmalig zum Thema austauschen. Zunächst verschafften sich die Studierenden einen ausreichenden Überblick über die Ausgangslage der jeweiligen Unternehmen, analysierten Trends und sammelten erste gemeinsame Ideen.  Auf Basis der ersten Ideen fand ein erstes Gespräch mit dem Betreuer des Lehrstuhls für Industrielles Management statt, in dem sich die Gruppen über die Ideen, Herausforderungen und weitere Schritte austauschen konnten. Anhand geeigneter strategischer Methoden wie beispielsweise der SWOT-Analyse und des Backcastings, beurteilten die Studierenden die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen und entwickelten Konzepte und Handlungsempfehlungen.

Ein erster Zwischenstand des Konzepts wurde einige Wochen vor Einreichung des finalen Konzepts beim Betreuer des Lehrstuhls eingereicht, worauf es Rückmeldung zu Inhalt und Struktur gab. Nach Rücksprache und Einarbeitung erfolgte dann die Abgabe der finalen Seminararbeit. Schlussendlich, in Vorbereitung auf die Abschlusspräsentation, fand ein letzter Termin mit dem Betreuer statt, um über die Darstellung und Form der Präsentation zu sprechen. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse virtuell über Zoom, wobei die Konzepte und Erkenntnisse diskutiert sowie Fragen gestellt werden konnten. Herr v. Pierer schilderte nicht nur seine Sichtweise auf die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation der Unternehmen, sondern lobte auch die Studierenden für ihre Konzepte und ihr Engagement. Zum Ausklang durften die Studierenden Herrn v. Pierer noch persönliche Fragen stellen und sich wichtige Ratschläge für die eigene berufliche Laufbahn einholen.

Die zwölf Teilnehmer gemeinsam mit Prof. Dr. Heinrich von Pierer, Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt, Dr. Ulrich Dörrie und Oscar Pakos

Wie verlief die (virtuelle) Zusammenarbeit?

Aufgrund unterschiedlicher Studien- und Jahrgänge bestand die Herausforderung zunächst darin, sich als Gruppe kennenzulernen und die Aufgaben zu verteilen.  Während einzelne Studierende beispielsweise verstärkt mit der Recherche für den Theorieteil beschäftigt waren, widmeten sich die verbliebenen Gruppenmitglieder der Ideenfindung und methodischen Ausgestaltung der Seminararbeit. Regelmäßige Termine zum Austausch halfen dabei den straffen Zeitplan einzuhalten und sich abzustimmen.

Das Praxisseminar unterschied sich zu den vorherigen durch die ausschließliche digitale Zusammenarbeit. Mithilfe von MS Teams konnten die Gruppen sich organisieren, Unterlagen austauschen und Videokonferenzen führen. Durch gleichzeitiges Arbeiten an Dokumenten wurde die Arbeit effizienter. Das freie Format der Veranstaltung ermöglichte es zusätzlich zu MS Teams, digitale Kollaborations-Werkzeuge wie Miro zu verwenden, um Ideen zusammenzutragen und zu visualisieren.

Was konnten die Studierenden mitnehmen und worauf sollten sich künftige Teilnehmer einstellen?

Das Praxisseminar ist auf die selbstständige Erarbeitung einer Problemstellung und Lösungsfindung ausgelegt. Die Studierenden entwickeln die Fähigkeit strategisch zu denken und unter Zeitdruck eine komplexe Fragestellung zu beantworten. Das regelmäßige Feedback durch den Lehrstuhl trägt dazu bei, dass die Konzepte hinterfragt und weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus ist bei dem Seminar Teamarbeit sehr wichtig, da die Gesamtleistung des Teams bewertet wird, wodurch die Studierenden sich während der Zeit bestmöglich unterstützen sollten. Wichtiger denn je, sind bei digitaler Zusammenarbeit ein regelmäßiger Austausch, eine klare Aufgabenverteilung und direkte Kommunikation.

Beispielsweise ist direktes und regelmäßiges Feedback von Bedeutung, um die Erwartungen innerhalb des Teams zu erfüllen. Insbesondere sollte darauf geachtet werden kleinere Spannungen innerhalb der Gruppe zu klären und zu lernen über Probleme zu sprechen. Auf diese Weise lernen die Studierenden einen Teamgeist zu entwickeln und ergebnisorientiert zu arbeiten. Insgesamt dient das Seminar als gute Vorbereitung für spätere Projektarbeiten in gemischten Teams.

Zudem bekamen die Studierenden die seltene Möglichkeit mit dem ehemaligen CEO der Siemens AG zusammenzuarbeiten. Das war definitiv eine zusätzliche Motivation, um als Gruppe ein durchdachtes Konzept zu erarbeiten.  

Einen herzlichen Dank an Herr Prof. Dr. Heinrich von Pierer und das Lehrstuhlteam für den konstruktiven Austausch und die gelungene Seminargestaltung.

Das Praxisseminar wird auch im Sommersemester 2021 wieder stattfinden. Das Thema sowie weitere Informationen zu aktuellen Seminaren und Neuigkeiten des Lehrstuhls für Industrielles Management finden Sie hier.